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Kundenzufriedenheit hat höchste
Priorität. Darin sind sich die DaimlerChrysler AG und der
Fahrlehrerverband Baden-Württemberg e.V. als Initiatoren der seit mehr als
25 Jahre laufenden
Wörther Fortbildungsseminare für Lkw-Fahrlehrer einig.
Immer wieder loben die Teilnehmer die inhaltliche Reichhaltigkeit, die
ausgezeichnete Arbeit der Dozenten und Instruktoren und die aufmerksame
Betreuung. Der Erkenntnis folgend, dass ein guter Ruf leichter zu erringen
als zu erhalten ist, haben die für die Fahrlehrerseminare
Verantwortlichen, Kurt Metz von DaimlerChrysler und Peter Tschöpe vom
Fahrlehrerverband Baden-Württemberg e. V., für 2003 eine neues,
aktualisiertes Programm aufgelegt.

Dazu wurden u. a. die Instruktoren des
Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V., die bei den Seminaren für die
praktischen Übungen eingesetzt werden, an zwei Tagen von Kurt Metz,
Herbert Gräßle und Joachim Haas mit der Technik der neuen
Actros-Generation MP2 vertraut gemacht. Die Instruktoren sind so in der
Lage, bei den didaktischen Übungen und beim Fahren im Realverkehr Fragen
der Teilnehmer sachkundig und erschöpfend zu beantworten.
Neue Fahraufgaben
Nach einer kurzen theoretischen Einführung
hatten die Instruktoren Gelegenheit, sich auf der Strecke mit den neuen
Fahrzeugen vertraut zu machen. Kurt Metz informierte sodann über neue
technische Details. Im Mittelpunkt des zweiten Tages standen die neuen
Fahraufgaben für die didaktischen Übungen. Da die Umsetzung der Neufassung
des Annex II zur Zweiten EU-Führerschein-Richtlinie u.a. auch
einschneidende Änderungen der Grundfahraufgaben der Klassen C und CE mit
sich bringen wird, lag es nahe, in dieser Runde die aktuelle Fassung der
neuen Vorgaben im Detail zu besprechen und Änderungsvorschläge zu
erarbeiten. Insbesondere die neuen Grundfahraufgaben, bei denen das
Fahrzeug bzw. die Fahrzeugkombination an eine Rampe gefahren werden muss,
sowie die neuen Anforderungen beim Verbinden und Trennen, aber auch die
Aufgaben der Abfahrtkontrolle, wurden kritisch auf Eignung und Nutzen
überprüft. Zufrieden nahmen die Instruktoren (wie später auch die
Seminarteilnehmer) zur Kenntnis, dass in Zukunft der Sicherungsposten
nicht nur vor überraschend auftretenden Hindernissen warnen, sondern -
praxisgerecht - auch den Abstand zur Rampe bzw. zum Anhänger anzeigen
darf. In dieser Runde wurde deutlich, dass es in manchen Prüforten
Probleme geben wird, die "Rampenaufgaben" zu üben und zu prüfen. Auch beim
Verbinden und Trennen wird in Zukunft mehr Platz benötigt werden, wenn die
Fahrzeuge nicht mehr in einer Linie stehen dürfen. Kurt Metz und Peter
Tschöpe stellten auch eine Reihe organisatorischer Veränderungen, gerade
auch zum Ablauf der praktischen Übungen, zur Diskussion.

Instruktoren auf der Schulbank: Wer lehren
will, muss selbst gut informiert sein.
Spannung
Spannung! Wie werden die Teilnehmer des
ersten Seminars die Änderungen aufnehmen? Montag, 17.03.2003. Kurt Metz
begrüßt die 24 Teilnehmer des ersten Seminars nach neuem Kanon und stellt
Inhalte sowie Ablauf des Seminars vor. Schon immer galt der erste Tag der
modernen Nutzfahrzeugtechnik. Metz informiert über die
Telligent-Bremsanlage in ACTROS, AXOR und ATEGO. Dabei fasziniert er die
Teilnehmer durch seine Fähigkeit, komplexe technische Zusammenhänge
anschaulich und verständlich vorzutragen. Ob Neuerungen der
Grundbremsanlage oder verschleißfreie Bremssysteme, Komfort- und
Sicherheitssysteme, Traktion oder Telligent-Schaltsysteme, sein
Fachwissen, gepaart mit der praktischen Erfahrung aus vielen Lehrgängen
und eigener Fahrpraxis, gewürzt mit einem guten Schuss Pfälzer Humor,
lassen die Zeit vergessen, die Fahrlehrer sind bis zur Mittagspause
hochkonzentriert bei der Sache.
Ein voller Bauch ...
Ein voller Bauch studiert nicht gerne?
Hätte die Mittagsmüdigkeit manchen Teilnehmer überwältigt, wäre dies
angesichts des vorzüglichen Mittagessens, das - wie auch schon das zweite
Frühstück - jedem gutbürgerlichen Lokal Ehre gemacht hätte, verständlich
gewesen. Doch Kurt Metz wiederlegt den alten Spruch, als er am Nachmittag
multimedial die Mercedes-Benz-Fahrphilosophie, eine besonders
verkehrssichere, umweltschonende und wirtschaftliche Fahrweise, gekonnt
vorstellt. Die CD-ROM bekommen die Fahrlehrer mit nach Hause. Sicher wird
die eine oder andere Sequenz den theoretischen Unterricht beleben.
Interaktion
Zum Abschluss des Tages konnte jeder
Fahrlehrer aus einer Liste von sieben Übungen vier auswählen, die er am
nächsten Tag unter Anleitung eines Instruktors selbst praktisch erproben
wollte.
- Abfahrtkontrolle,
- Auf- und Abbrücken,
- Lkw rückwärts versetzt an eine Rampe
fahren,
- Lastzug rückwärts an eine Rampe fahren,
- Sattelzug rückwärts versetzt an eine
Rampe fahren,
- Lkw mit Starrdeichselanhänger rückwärts
versetzt an eine Rampe fahren,
- Vollbremsung mit einem beladenen Lkw.

Kurt Metz in
Aktion
Werksführung inklusive
Nach dem offiziellen Programm gab es
Gelegenheit, sich bei einer Werksführung über die Produktion moderner Lkws
zu informieren. Später diskutierten die Kollegen noch lange die Eindrücke
des ersten Tages.
Am zweiten Tag begrüßte Peter Tschöpe die
Teilnehmer. Er bedankte sich für das Interesse an diesem
Fortbildungsangebot und wies darauf hin, dass in unserer schnelllebigen
Zeit mit ihren rasch folgenden Veränderungen regelmäßige Fortbildung für
Fahrlehrer wichtiger ist denn je. Wer das verneine, bleibe zuerst stehen,
falle aber bald danach fachlich und somit auch in der Gunst der Kunden
zurück.
Was ist ein Fleetboard?
Kurt Metz klärte die Teilnehmer über das
Fleetboard, die Kommunikations- und Informationsplattform in modernen Lkw,
auf. Dieses Instrument erlaubt es, die Fahrerleistung objektiv zu
bewerten. Eine wichtige Hilfe zu einer leistungsgerechten Bezahlung, aber
auch für optimale Disposition der Fahrzeuge.
Später wurde in zwei Gruppen gearbeitet.
Während zwölf Teilnehmer die ausgewählten praktischen Übungen erprobten,
beschäftigte sich die andere Hälfte im Unterrichtsraum mit dem Thema
Ladungssicherung.
Gefahr durch Ladung?
Peter Tschöpe stellte Rolf Dänekas als
neuen Referenten vor: Er ist vereidigter Sachverständiger für
Ladungssicherheit und gründet seinen Unterricht vor allem auch auf große
praktische Erfahrung.

Rolf Dänekas
Dänekas machte in Bildern anschaulich, wie
mangelhaft gesicherte Ladung zur Unfallursache wird und stimmte mit kurzen
Videos aus Fahrversuchen auf die Bedeutung des Themas für die
Verkehrssicherheit ein.

Diesen
Beschleunigungskräften muss die
Ladungssicherung standhalten.
Dänekas bestach durch seinen fachlich
fundierten Unterricht. Die Spannung ließ sogar die vorgesehene Pause
vergessen. Es wurde klar, dass Fahrschüler für dieses wichtige Thema noch
mehr sensibilisiert werden müssen. Die Fahrschule wäre aber überfordert,
wollte sie Ladungssicherung in allen denkbaren Facetten unterrichten. Die
Ausbildung zur Fachkraft für Ladungssicherung dauert heute zwei volle Tage
(16 Unterrichtstunden). Sollte das Thema Ladungssicherung im Unterricht
der Fahrschule erschöpfend behandelt werden, müsste die Dauer des
Theorieunterrichts der Klasse C verdoppelt werden. Mit gutem
Anschauungsmaterial demonstrierte Dänekas, dass sich jede Ladungsart
anders verhält. Für den Fahrer ist es nicht möglich, die jeweils
geeignete, spezielle Sicherung auszuwählen. Diese Information muss vom
Verlader an den Transporteur und von diesem an den Fahrer weitergegeben
werden. Nur der Verlader hat genaue Kenntnis über die beste
Sicherungsmöglichkeit seines Ladegutes. Deshalb steht er auch juristisch
voll in der Verantwortung. Leider wird heute noch viel zu oft nach dem
Motto verfahren: Aus dem Auge, aus dem Sinn. Sobald die Plane sich gnädig
über die Ladung gesenkt hat, interessieren sich die Verantwortlichen oft
erst wieder für Ladungssicherung, wenn das Ladegut beschädigt wurde oder
es zum Unfall kam.
Didaktische Übungen zum Thema Auf- und
Abbrücken:
- Drei Schritte des Lernens
| Information
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| Demonstration
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| Selbst erproben

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- Übungen: Fahrlehrer müssen mehr
können als Führerscheinbewerber in der Prüfung
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| Vollbremsung: Mit 16
Tonnen aus 40 km/h auf kürzestem Weg zum Stillstand |
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| Mit dem
Starrdeichselanhänger rückwärts an eine Rampe fahren und selbst den
Abstand schätzen |
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| Unter Anleitung den
Gliederzug rückwärts aus einem Bogen an eine Rampe fahren

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- Ladungssicherung in der Praxis:
Auch eine feste Niederzurrung schützt die
Ladung bei einer Vollbremsung nicht vor dem Verrutschen:
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| So stand die Ladung vor
den Bremsungen fest verzurrt auf der Ladefläche
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| Und so hat sie sich bei
80 Vollbremsungen beweg
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| Ein Gurt ohne Gleiter
hält die Belastung nicht aus. Rolf Dänekas mit dem beschädigten
Gurt. 
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Ausklang
Mit einem genussvollen Abendessen im
Restaurant Insel in Wörth, zu dem die FSG/TTVA mbH die Teilnehmer
eingeladen hatte, klang der zweite Tag gemütlich aus.
Dritter Tag: Realverkehr
Der dritte Seminartag stand ganz im Zeichen
des Realverkehrs ("Pfalzrundfahrt"): Fahren mit voll beladenen Lastzügen
der neuen Generation. Dabei konnten die in der Theorie erworbenen
Kenntnisse wirtschaftlicher Fahrweise praktisch erprobt werden. Für
Teilnehmer, die bereits in früheren Jahren an einem Seminar in Wörth
teilgenommen hatten, brachte eine neue Route am Nachmittag viel Neues.
Manöverkritik
Zum Seminarschluss zeigten sich alle
Teilnehmer hoch zufrieden. Hier einzelne Stimmen:
Ich war beeindruckt, wie kurz der Bremsweg
des voll beladenen Fahrzeugs war. Jetzt verstehe ich viel besser, wie es
zu Auffahrunfällen von Lkws kommen kann, wenn ein alter hinter einem
modernen Lkw herfährt.
Die Technik am Montag war ausgezeichnet.
Besonders interessiert haben mich die modernen Schaltanlagen. Aber auch
die Informationen zum wirtschaftlichen Fahren haben mir viele Anregungen
gegeben, die ich bei der praktischen Ausbildung umsetzen werde.
Kenntnisse zur Ladungssicherung sind für
Lkw-Fahrer unverzichtbar. Ich habe mich selbst als Instruktor für dieses
Thema beim DVR ausbilden lassen. Es ist gut, dass dieses Thema in die
Fahrlehrerfortbildung aufgenommen wurde.
Es kostet schon Überwindung, einen voll
beladenen Lkw voll abzubremsen. Die Verzögerung der modernen Bremsanlagen
ist gewaltig. Da kann man nur hoffen, dass die Ladung richtig gesichert
ist.
Das Seminar ist hervorragend. Die Theorie
war sehr gut. Das Fachwissen der eingesetzten Instruktoren, ganz besonders
von Herrn Metz, ist beeindruckend.
Ladungssicherung ist ein wichtiges Thema,
auch in der Fahrausbildung. Wir können aber unsere Fahrschüler für dieses
Thema nur sensibilisieren. Intensiv muss der Fahrer in seinem Betrieb mit
dieser Thematik vertraut gemacht werden.
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