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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 29.09.03

 

© FahrSchulPraxis
Entnommen aus Ausgabe Mai/2003, Seite 222

Telegramm aus Pforzheim

53. Ordentliche Mitgliederversammlung 

 

  • Staatssekretär Mappus lobt enge Zusammenarbeit mit dem Fahrlehrerverband
  • Zweite Ausbildungsphase kommt
  • Neue Initiative: Patenschaft für junge Fahrer
  • Eindrucksvoller Abschied für Günther Luppart
  • Wolfgang Fischer aus Bad Wimpfen wird Nachfolger
  • Mercedes macht A-Klasse noch attraktiver für Fahrschulen

Als Bürgermeister Gert Hager die große Versammlung im Namen von Oberbürgermeisterin Christel Augenstein begrüßte und dabei neben der Geschichte der Drei-Täler-Stadt auch auf die Vorzüge von Pforzheim als Konferenzstadt einging, spendeten die zahlreichen Mitglieder und Gäste Applaus. Denn ja, das hervorragend geführte Congress-Centrum im Herzen der Goldstadt erwies sich an diesem 10. Mai 2003 wiederum als idealer Austragungsort für den Verbandstag der baden-württembergischen Fahrlehrer. Im Foyer hatten auch diesmal zahlreiche Firmen mit ihren Ständen Quartier bezogen und verliehen so der exzellent vorbereiteten Hauptversammlung ein Fluidum besonderer Fachlichkeit.

In seiner vielfach von Beifall unterbrochenen Begrüßungsansprache drückte Peter Tschöpe seine Freude über die beachtliche Anzahl der Mitglieder und Gäste aus, die gekommen waren, um mit dem Vorstand Bilanz zu ziehen über das auch für Fahrschulen schwierig gewesene Jahr 2002 und gemeinsam einen Blick nach vorne zu wagen. Die Gästeliste wurde angeführt von Staatssekretär Stefan Mappus aus dem Ministerium für Umwelt und Verkehr Baden-Württemberg, gefolgt von Ministerialrat Enkel und ORR Poymann aus dem gleichen Hause. Die DaimlerChrysler AG, Hauptaussteller und Sponsor der Veranstaltung, wurde durch die Herren Robert Wilhelm und Jörg Gajewski aus der Vertriebsleitung in Berlin sowie durch weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Niederlassung Stuttgart repräsentiert. Vom TÜV Süddeutschland waren der TP-Leiter Marcellus Kaup, die Geschäftsführer Martin Joost und Konstantin Mentis und der FE-Beauftragte Josef Madeia gekommen. Der Verlag Heinrich Vogel war durch die Verlagsleiter/in Katrin Geißler und Joachim Krieger sowie durch den Chefredakteur der Fachzeitschrift Fahrschule, Dietmar Fund, und die Redakteurin Silke Mehlkopf vertreten.
Als Vertreter der überregionalen Medien hieß Tschöpe den Freiburger Journalisten Wolfgang Fiek willkommen. Von der Allianz, Gruppenversicherer des Verbandes in den Sparten Kranken und Leben, konnte Tschöpe Norbert Kößlinger und von der Fahrlehrerversicherung deren Vorstandsvorsitzenden Wolfram Klitzsch begrüßen. Mit Ansgar Brendel begrüßte der Vorsitzende einen den badenwürttembergischen Fahrlehrern seit langem als kompetenten Fachmann des Wirtschafts und Steuerrechts bekannten Gast.
Die Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände war durch ihren 1. stellv. Vorsitzenden Peter Glowalla aus Berlin vertreten, der Grüße des Bundesvorsitzenden Gerhard von Bressensdorf und die Neuigkeit von der kurz zuvor erfolgten Wahl von Bressensdorfs zum Präsidenten der Europäischen Fahrlehrer-Assoziation e.V. (EFA) überbrachte.

Annex II unmittelbar vor Umsetzung

In seiner traditionell "politischen" Ansprache ging Tschöpe vor allem auf die durch die Umsetzung des Annex II zur Zweiten EU-Führerscheinrichtlinie in nationales Recht auf die Fahrschulen zukommenden vielfältigen Neuerungen ein. Man habe in den letzten fünf Jahren eine ganze Reihe von teils umwälzenden Neuerungen verkraften müssen, so dass eine Verschnaufpause angezeigt wäre. Aber dazu komme es nicht, denn Annex II bringe eine Vielzahl neuer Ausbildungs- und Prüfungsinhalte, besonders in der Theorie. Rund 200 neue Fragen brächten im nächsten Jahr über die Fahrschüler herein. Daneben würden die Anforderungen an die praktische Prüfung und an die Prüfungsfahrzeuge neu gefasst.

Begrüßenswert sei, dass in Zukunft die Nutzfahrzeuge bei Ausbildung und Prüfung wie auch die Anhänger der Klasse B teilweise beladen sein müssten. Neben nationalen Reformwünschen stünden immer auch solche der EU an, durch die möglichst viele Regelungen harmonisiert werden sollen.

Dies sei einerseits begrüßenswert, andererseits bestehe aber immer die Gefahr der Gleichmacherei auf niedrigerem Niveau. Hier sei besondere Wachsamkeit am Platze, mahnte Tschöpe, namentlich wenn es zu der von Brüssel geplanten Dritten EU-Führerscheinrichtlinie komme.

PC-Prüfung gegen Prüfungsschwindel

Eine vorläufige Absage erteilte Tschöpe der soeben in Hamburg eingeführten Theorieprüfung am PC. Zur Verhinderung von Betrügereien könne man sich auch einfachere Verfahren vorstellen. So hätten Sachverständige in Baden-Württemberg und Bayern nachgedacht und ganz einfache, aber wirksame Lösungen gefunden. Man habe zwei Fragebogen auseinander geschnitten und das Blatt 2 des einen mit dem Blatt 1 des anderen zusammengeklebt. Der Prüfling, der sich für teures Geld mit angeblich wasserdichten Lösungsschablonen eingedeckt gehabt hatte, sei sehr frustriert gewesen, als ihm der Prüfer eröffnete, dass die Antworten auf den ersten beiden Seiten fehlerfrei, nur eben die auf den letzten beiden Seiten allesamt falsch seien. Unter starkem Beifall der Versammlung forderte Tschöpe deutliche Strafsanktionen gegen den Prüfungsbetrug. Es sei ein Skandal, dass der ertappte Prüfling 14 Tage nach diesem Vorfall schon wieder zur Prüfung zugelassen worden sei. Eine Warte- zeit von sechs Monaten wäre angemessen und ein Vermerk im VZR könnte verhindern, dass die Missetäter während der Wartefrist anderswo die Prüfung ablegen können. Sollten Fahrlehrer in solche Betrügereien involviert sein, müsste diesen ohne viel Federlesen die Fahrlehrerlaubnis widerrufen werden.

Zugangsvoraussetzungen neu bestimmen

Die in der Resolution des Symposiums der Deutschen Fahrlehrerakademie vom Herbst 2001 geforderten Verbesserungen der Zugangskriterien für den Fahrlehrerberuf müssten jetzt dringend angegangen werden. Hier ließen Politik und der Gesetzgeber die Fahrlehrer im Stich, klagte Tschöpe.

Zweite Phase kommt

Tschöpe begrüßte die Entscheidung des Ministeriums für Umwelt und Verkehr, in Baden-Württemberg die Zweite Phase für Fahranfänger einzuführen. Das Ministerium verfolge damit eine lobenswerte, nach vorn gerichtete, auf Hilfe, Erfahrungsaustausch, Information und Aufklärung setzende Politik. Auch wenn zu befürchten sei, dass angesichts der Freiwilligkeit und der geringen Anreize die neue Maßnahme nicht den erwünschten Zustrom haben werde, wollten die Fahrlehrer alles tun, um der Maßnahme zum Erfolg zu verhelfen. Man sei sogar bereit, bei der Kalkulation der Seminargebühren an die unterste noch vertretbare Grenze zu gehen, gleichwohl aber sei daran zu erinnern, dass es Sicherheit nirgendwo zum Nulltarif gebe.

Veser kündigt seinen Abschied an

Emil Veser, Vorsitzender des Kreisvereins Pforzheim und Enzkreis, begrüßte die Versammlung humorvoll und kündigte seinen Rückzug aus der Verbandspolitik für die Mitte dieses Jahres an. 34 Jahre als Vorsitzender des Kreisvereins und Mitglied des Beirats seien genug, im Übrigen sei dies ein Rekord, der ihm nicht so leicht streitig gemacht werden könne.

DaimlerChrysler mit intensiver Fahrschulbetreuung

Robert Wilhelm sicherte in seinem Grußwort für DaimlerChrysler den Fahrschulen weitere Vergünstigungen bei der Finanzierung und dem Leasing von Lehrfahrzeugen zu. Die spezielle Grundausstattung für Fahrschulautos gebe es ab sofort umsonst, die verbesserte zum halben Preis. DaimlerChrysler wolle auch in Zukunft ein besonders zuverlässiger und ideenreicher Partner der Fahrschulen sein.

Bundesvereinigung zeigt Perspektiven auf

Peter Glowalla führte zu Annex II aus, die Vorbereitungen für die Übernahme ins deutsche Recht seien weit gediehen, mit der Inkraftsetzung könne noch in diesem Jahr gerechnet werden. Die Bundesvereinigung wolle nach Kräften mithelfen, um die Zweite Phase zum Leben zu erwecken. Auch die Diskussion um das Begleitete Fahren müsse weitergeführt werden.

Einen ausführlichen Bericht über die Versammlung bringen wir in der Juni-Ausgabe der FahrSchulPraxis.

 

 

FahrSchulPraxis - Ausgabe Mai 2003

Erscheinungsdatum 15.05.2003

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