- Staatssekretär Mappus lobt enge
Zusammenarbeit mit dem Fahrlehrerverband
- Zweite Ausbildungsphase kommt
- Neue Initiative: Patenschaft für
junge Fahrer
- Eindrucksvoller Abschied für Günther
Luppart
- Wolfgang Fischer aus Bad Wimpfen wird
Nachfolger
- Mercedes macht A-Klasse noch
attraktiver für Fahrschulen
Als Bürgermeister Gert Hager die große
Versammlung im Namen von Oberbürgermeisterin Christel Augenstein begrüßte
und dabei neben der Geschichte der Drei-Täler-Stadt auch auf die Vorzüge
von Pforzheim als Konferenzstadt einging, spendeten die zahlreichen
Mitglieder und Gäste Applaus. Denn ja, das hervorragend geführte
Congress-Centrum im Herzen der Goldstadt erwies sich an diesem 10. Mai
2003 wiederum als idealer Austragungsort für den Verbandstag der
baden-württembergischen Fahrlehrer. Im Foyer hatten auch diesmal
zahlreiche Firmen mit ihren Ständen Quartier bezogen und verliehen so der
exzellent vorbereiteten Hauptversammlung ein Fluidum besonderer
Fachlichkeit.
In seiner vielfach von Beifall
unterbrochenen Begrüßungsansprache drückte Peter Tschöpe seine Freude über
die beachtliche Anzahl der Mitglieder und Gäste aus, die gekommen waren,
um mit dem Vorstand Bilanz zu ziehen über das auch für Fahrschulen
schwierig gewesene Jahr 2002 und gemeinsam einen Blick nach vorne zu
wagen. Die Gästeliste wurde angeführt von Staatssekretär Stefan Mappus aus
dem Ministerium für Umwelt und Verkehr Baden-Württemberg, gefolgt von
Ministerialrat Enkel und ORR Poymann aus dem gleichen Hause. Die
DaimlerChrysler AG, Hauptaussteller und Sponsor der Veranstaltung, wurde
durch die Herren Robert Wilhelm und Jörg Gajewski aus der Vertriebsleitung
in Berlin sowie durch weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der
Niederlassung Stuttgart repräsentiert. Vom TÜV Süddeutschland waren der
TP-Leiter Marcellus Kaup, die Geschäftsführer Martin Joost und Konstantin
Mentis und der FE-Beauftragte Josef Madeia gekommen. Der Verlag Heinrich
Vogel war durch die Verlagsleiter/in Katrin Geißler und Joachim Krieger
sowie durch den Chefredakteur der Fachzeitschrift Fahrschule, Dietmar
Fund, und die Redakteurin Silke Mehlkopf vertreten.
Als Vertreter der überregionalen Medien hieß Tschöpe den Freiburger
Journalisten Wolfgang Fiek willkommen. Von der Allianz, Gruppenversicherer
des Verbandes in den Sparten Kranken und Leben, konnte Tschöpe Norbert
Kößlinger und von der Fahrlehrerversicherung deren Vorstandsvorsitzenden
Wolfram Klitzsch begrüßen. Mit Ansgar Brendel begrüßte der Vorsitzende
einen den badenwürttembergischen Fahrlehrern seit langem als kompetenten
Fachmann des Wirtschafts und Steuerrechts bekannten Gast.
Die Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände war durch ihren 1. stellv.
Vorsitzenden Peter Glowalla aus Berlin vertreten, der Grüße des
Bundesvorsitzenden Gerhard von Bressensdorf und die Neuigkeit von der kurz
zuvor erfolgten Wahl von Bressensdorfs zum Präsidenten der Europäischen
Fahrlehrer-Assoziation e.V. (EFA) überbrachte.
Annex II unmittelbar vor Umsetzung
In seiner traditionell "politischen"
Ansprache ging Tschöpe vor allem auf die durch die Umsetzung des Annex II
zur Zweiten EU-Führerscheinrichtlinie in nationales Recht auf die
Fahrschulen zukommenden vielfältigen Neuerungen ein. Man habe in den
letzten fünf Jahren eine ganze Reihe von teils umwälzenden Neuerungen
verkraften müssen, so dass eine Verschnaufpause angezeigt wäre. Aber dazu
komme es nicht, denn Annex II bringe eine Vielzahl neuer Ausbildungs- und
Prüfungsinhalte, besonders in der Theorie. Rund 200 neue Fragen brächten
im nächsten Jahr über die Fahrschüler herein. Daneben würden die
Anforderungen an die praktische Prüfung und an die Prüfungsfahrzeuge neu
gefasst.
Begrüßenswert sei, dass in Zukunft die
Nutzfahrzeuge bei Ausbildung und Prüfung wie auch die Anhänger der Klasse
B teilweise beladen sein müssten. Neben nationalen Reformwünschen stünden
immer auch solche der EU an, durch die möglichst viele Regelungen
harmonisiert werden sollen.
Dies sei einerseits begrüßenswert,
andererseits bestehe aber immer die Gefahr der Gleichmacherei auf
niedrigerem Niveau. Hier sei besondere Wachsamkeit am Platze, mahnte
Tschöpe, namentlich wenn es zu der von Brüssel geplanten Dritten
EU-Führerscheinrichtlinie komme.
PC-Prüfung gegen Prüfungsschwindel
Eine vorläufige Absage erteilte Tschöpe der
soeben in Hamburg eingeführten Theorieprüfung am PC. Zur Verhinderung von
Betrügereien könne man sich auch einfachere Verfahren vorstellen. So
hätten Sachverständige in Baden-Württemberg und Bayern nachgedacht und
ganz einfache, aber wirksame Lösungen gefunden. Man habe zwei Fragebogen
auseinander geschnitten und das Blatt 2 des einen mit dem Blatt 1 des
anderen zusammengeklebt. Der Prüfling, der sich für teures Geld mit
angeblich wasserdichten Lösungsschablonen eingedeckt gehabt hatte, sei
sehr frustriert gewesen, als ihm der Prüfer eröffnete, dass die Antworten
auf den ersten beiden Seiten fehlerfrei, nur eben die auf den letzten
beiden Seiten allesamt falsch seien. Unter starkem Beifall der Versammlung
forderte Tschöpe deutliche Strafsanktionen gegen den Prüfungsbetrug. Es
sei ein Skandal, dass der ertappte Prüfling 14 Tage nach diesem Vorfall
schon wieder zur Prüfung zugelassen worden sei. Eine Warte- zeit von sechs
Monaten wäre angemessen und ein Vermerk im VZR könnte verhindern, dass die
Missetäter während der Wartefrist anderswo die Prüfung ablegen können.
Sollten Fahrlehrer in solche Betrügereien involviert sein, müsste diesen
ohne viel Federlesen die Fahrlehrerlaubnis widerrufen werden.
Zugangsvoraussetzungen neu bestimmen
Die in der Resolution des Symposiums der
Deutschen Fahrlehrerakademie vom Herbst 2001 geforderten Verbesserungen
der Zugangskriterien für den Fahrlehrerberuf müssten jetzt dringend
angegangen werden. Hier ließen Politik und der Gesetzgeber die Fahrlehrer
im Stich, klagte Tschöpe.
Zweite Phase kommt
Tschöpe begrüßte die Entscheidung des
Ministeriums für Umwelt und Verkehr, in Baden-Württemberg die Zweite Phase
für Fahranfänger einzuführen. Das Ministerium verfolge damit eine
lobenswerte, nach vorn gerichtete, auf Hilfe, Erfahrungsaustausch,
Information und Aufklärung setzende Politik. Auch wenn zu befürchten sei,
dass angesichts der Freiwilligkeit und der geringen Anreize die neue
Maßnahme nicht den erwünschten Zustrom haben werde, wollten die Fahrlehrer
alles tun, um der Maßnahme zum Erfolg zu verhelfen. Man sei sogar bereit,
bei der Kalkulation der Seminargebühren an die unterste noch vertretbare
Grenze zu gehen, gleichwohl aber sei daran zu erinnern, dass es Sicherheit
nirgendwo zum Nulltarif gebe.
Veser kündigt seinen Abschied an
Emil Veser, Vorsitzender des Kreisvereins
Pforzheim und Enzkreis, begrüßte die Versammlung humorvoll und kündigte
seinen Rückzug aus der Verbandspolitik für die Mitte dieses Jahres an. 34
Jahre als Vorsitzender des Kreisvereins und Mitglied des Beirats seien
genug, im Übrigen sei dies ein Rekord, der ihm nicht so leicht streitig
gemacht werden könne.
DaimlerChrysler mit intensiver
Fahrschulbetreuung
Robert Wilhelm sicherte in seinem Grußwort
für DaimlerChrysler den Fahrschulen weitere Vergünstigungen bei der
Finanzierung und dem Leasing von Lehrfahrzeugen zu. Die spezielle
Grundausstattung für Fahrschulautos gebe es ab sofort umsonst, die
verbesserte zum halben Preis. DaimlerChrysler wolle auch in Zukunft ein
besonders zuverlässiger und ideenreicher Partner der Fahrschulen sein.
Bundesvereinigung zeigt Perspektiven auf
Peter Glowalla führte zu Annex II aus, die
Vorbereitungen für die Übernahme ins deutsche Recht seien weit gediehen,
mit der Inkraftsetzung könne noch in diesem Jahr gerechnet werden. Die
Bundesvereinigung wolle nach Kräften mithelfen, um die Zweite Phase zum
Leben zu erwecken. Auch die Diskussion um das Begleitete Fahren müsse
weitergeführt werden.
Einen ausführlichen Bericht über die
Versammlung bringen wir in der Juni-Ausgabe der FahrSchulPraxis. |