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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 01.10.03

 

© FahrSchulPraxis
Entnommen aus Ausgabe September/2003, Seite 449

Die Aktion rollt

Premiere: Tag der Patenschaft

 

 

Der Startschuss fiel am 10. Mai 2003 in Pforzheim auf der Mitgliederversammlung des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V. Die Aktion Patenschaft der Besonnenheit der baden-württembergischen Fahrlehrer ist eine bislang einzigartige Bürgerinitiative zur Minderung der Unfallbeteiligung junger Fahrer. Jetzt hatte der Verband für den 6. September zum ersten Tag der Patenschaft wieder nach Pforzheim eingeladen, um Wesen und Inhalte der Aktion im Beisein ihres Schirmherrn, Staatssekretär Stefan Mappus (MdL), der Öffentlichkeit vorzustellen.

Verbandsvorsitzender Peter Tschöpe führte zu Beginn aus, die Patenschaft der Besonnenheit unterscheide sich von anderen freiwilligen Aktionen und den gesetzlichen Maßnahmen zur Dämpfung des Unfallgeschehens dadurch, dass an die älteren Führerscheininhaber appelliert werde, den jungen Fahrern/innen zur Seite zu stehen und ihnen Vorbild zu sein. Tschöpe zeigte die Unfallentwicklung bei jungen Fahrern auf und stellte fest, dass diese Gruppe trotz unübersehbarer Erfolge immer noch stark gefährdet ist. Die Unfallbeteiligung ist dreimal, die Gefahr, im Straßenverkehr getötet zu werden, gar viermal so hoch wie die anderer Altersgruppen.

Rückmeldungen

Aus den Aufbauseminaren für verkehrsauffällige junge Fahrer wisse man, dass "Die Anderen machen das auch so" eine häufig vorkommende Erklärung für das eigene regelwidrige Verhalten der Gestrauchelten sei. An diesem Punkt, so Tschöpe, wolle die Patenschaft der Besonnenheit angreifen. Die Routinierten sollen sich ihrer Verantwortung als Vorbilder gegenüber jungen Fahrern bewusst werden. Ihre Bereitschaft zu vorbildlichem Verhalten sollen sie durch Aufkleber an ihren Autos zeigen.

Ein Paradebeispiel der Zusammenarbeit

Staatssekretär Mappus vom Ministerium für Umwelt und Verkehr Baden-Württemberg hob hervor, der Fahrlehrerverband Baden-Württemberg e.V. habe mit der Patenschaft der Besonnenheit erneut ein zentrales Thema der Verkehrssicherheit aufgegriffen - nämlich die überproportional hohe Unfallbeteiligung junger Fahrer. Die Aktion nannte er ein "Paradebeispiel des Zusammenwirkens von Staat und gesellschaftlichen Gruppen". Er habe deshalb gerne die Schirmherrschaft über die Patenschaft der Besonnenheit übernommen und hoffe, "dass das Zusammenwirken von jungen Fahrern und ihren Paten zu einem deutlichen Rückgang der Unfallzahlen führt". Weiter führte Staatssekretär Mappus aus: "Die Verbesserung der Verkehrssicherheit ist eine Aufgabe, die auch zukünftig nicht allein vom Staat wahrgenommen werden kann."


Vorsitzender Tschöpe und Staatssekretär Mappus

Erforderlich sei vielmehr das Zusammenwirken mit allen gesellschaftlich relevanten Gruppen. Der Gedanke der Patenschaft greife gezielt eines der besonders drängenden Probleme, nämlich die Sicherheit junger Fahrer auf.

Über Fragen der Verkehrssicherheit nachdenken

Die Idee wende sich neben den Fahranfängern auch an ältere Führerscheinbesitzer und fordere sie auf, sich für die jungen Fahrer verantwortlich zu fühlen. Gleich, ob man sich für eine "personalisierte" oder eine "anonyme" Patenschaft entscheide - in jedem Fall würden erfahrene Führerscheinbesitzer in die Bemühungen um die Verbesserung der Sicherheit der Fahranfänger mit einbezogen. Damit werde ein zentrales Anliegen der Verkehrssicherheit - die Verantwortung für junge Fahrer - um einen neuen, gewichtigen Aspekt ergänzt. "Mehr Sicherheit für junge Fahrer - das ist aber nur die eine höchst erfreuliche Seite der Patenschaftsaktion. Auch den Paten selbst wird es gut tun, sich intensiv mit ihrem eigenen Verhalten als Verkehrsteilnehmer auseinander zu setzen, über Fragen der Verkehrssicherheit neu nachzudenken oder die nach langer Fahrpraxis vielleicht nicht mehr ganz taufrischen Kenntnisse über Verkehrsregeln etwas aufzupolieren. Dies begrüße ich außerordentlich", erklärte Staatssekretär Mappus.


Staatssekretär Mappus (rechts) im Gespräch mit jungen Fahrern

Preise für Paten und "Patenkinder"

An diesem ersten Tag der Patenschaft wurden unter den Paten, den "Patenkindern" und den im Projekt aktiven Fahrschulen wertvolle Preise verlost. Gewinner des von VW gestifteten zweitägigen Ausflugs nach Wolfsburg mit Übernachtung im Luxushotel und Besuch der Autostadt war Herr Michael Maser und sein "Patenkind" Samuel Schäfer (Bild links unten) Mercedes stiftete ein eintägiges Mercedes-Sicherheitstraining, das Patin Gabriele Weiland-Flik aus Rohrdorf und „Patenkind“ Mark Flik gewannen.


Pate (rechts) und "Patenkind" reisen zu VW nach Wolfsburg

Auch die in der Patenschaft der Besonnenheit aktiven Fahrschulen hatten die Chance, Preise zu gewinnen. Die Fahrschule Langfeld aus Waldshut-Tiengen gewann ein vom Verlag Heinrich Vogel, München, gestiftetes Unterrichtsprogramm für die Klasse BE. Die Fahrschule Landefeld aus Rohrdorf gewann eine von der Firma Veigel, Künzelsau, gestiftete Doppelpedalanlage. Weitere vom VVR und vom Verlag Heinrich Vogel sowie der FSG/TTVA mbH zur Verfügung gestellten Preise werden jeweils im ersten Monat eines Quartals unter allen teilnehmenden Fahrschulen ausgelost. Um zu Hause kräftig für die Aktion werben zu können, wurden die in Pforzheim anwesenden Fahrlehrer mit Postern und Flyers der Patenschaft der Besonnenheit ausgestattet.

 

FahrSchulPraxis - Ausgabe September 2003

Erscheinungsdatum 15.09.2003

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