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Der Startschuss fiel am 10. Mai 2003 in
Pforzheim auf der Mitgliederversammlung des Fahrlehrerverbandes
Baden-Württemberg e.V. Die Aktion Patenschaft der Besonnenheit der
baden-württembergischen Fahrlehrer ist eine bislang einzigartige
Bürgerinitiative zur Minderung der Unfallbeteiligung junger Fahrer. Jetzt
hatte der Verband für den 6. September zum ersten Tag der Patenschaft
wieder nach Pforzheim eingeladen, um Wesen und Inhalte der Aktion im
Beisein ihres Schirmherrn, Staatssekretär Stefan Mappus (MdL), der
Öffentlichkeit vorzustellen.
Verbandsvorsitzender Peter Tschöpe führte
zu Beginn aus, die Patenschaft der Besonnenheit unterscheide sich von
anderen freiwilligen Aktionen und den gesetzlichen Maßnahmen zur Dämpfung
des Unfallgeschehens dadurch, dass an die älteren Führerscheininhaber
appelliert werde, den jungen Fahrern/innen zur Seite zu stehen und ihnen
Vorbild zu sein. Tschöpe zeigte die Unfallentwicklung bei jungen Fahrern
auf und stellte fest, dass diese Gruppe trotz unübersehbarer Erfolge immer
noch stark gefährdet ist. Die Unfallbeteiligung ist dreimal, die Gefahr,
im Straßenverkehr getötet zu werden, gar viermal so hoch wie die anderer
Altersgruppen.
Rückmeldungen
Aus den Aufbauseminaren für
verkehrsauffällige junge Fahrer wisse man, dass "Die Anderen machen das
auch so" eine häufig vorkommende Erklärung für das eigene regelwidrige
Verhalten der Gestrauchelten sei. An diesem Punkt, so Tschöpe, wolle die
Patenschaft der Besonnenheit angreifen. Die Routinierten sollen sich ihrer
Verantwortung als Vorbilder gegenüber jungen Fahrern bewusst werden. Ihre
Bereitschaft zu vorbildlichem Verhalten sollen sie durch Aufkleber an
ihren Autos zeigen.
Ein Paradebeispiel der Zusammenarbeit
Staatssekretär Mappus vom Ministerium für
Umwelt und Verkehr Baden-Württemberg hob hervor, der Fahrlehrerverband
Baden-Württemberg e.V. habe mit der Patenschaft der Besonnenheit erneut
ein zentrales Thema der Verkehrssicherheit aufgegriffen - nämlich die
überproportional hohe Unfallbeteiligung junger Fahrer. Die Aktion nannte
er ein "Paradebeispiel des Zusammenwirkens von Staat und
gesellschaftlichen Gruppen". Er habe deshalb gerne die Schirmherrschaft
über die Patenschaft der Besonnenheit übernommen und hoffe, "dass das
Zusammenwirken von jungen Fahrern und ihren Paten zu einem deutlichen
Rückgang der Unfallzahlen führt". Weiter führte Staatssekretär Mappus aus:
"Die Verbesserung der Verkehrssicherheit ist eine Aufgabe, die auch
zukünftig nicht allein vom Staat wahrgenommen werden kann."

Vorsitzender Tschöpe und Staatssekretär
Mappus
Erforderlich sei vielmehr das
Zusammenwirken mit allen gesellschaftlich relevanten Gruppen. Der Gedanke
der Patenschaft greife gezielt eines der besonders drängenden Probleme,
nämlich die Sicherheit junger Fahrer auf.
Über Fragen der Verkehrssicherheit
nachdenken
Die Idee wende sich neben den Fahranfängern
auch an ältere Führerscheinbesitzer und fordere sie auf, sich für die
jungen Fahrer verantwortlich zu fühlen. Gleich, ob man sich für eine
"personalisierte" oder eine "anonyme" Patenschaft entscheide - in jedem
Fall würden erfahrene Führerscheinbesitzer in die Bemühungen um die
Verbesserung der Sicherheit der Fahranfänger mit einbezogen. Damit werde
ein zentrales Anliegen der Verkehrssicherheit - die Verantwortung für
junge Fahrer - um einen neuen, gewichtigen Aspekt ergänzt. "Mehr
Sicherheit für junge Fahrer - das ist aber nur die eine höchst erfreuliche
Seite der Patenschaftsaktion. Auch den Paten selbst wird es gut tun, sich
intensiv mit ihrem eigenen Verhalten als Verkehrsteilnehmer auseinander zu
setzen, über Fragen der Verkehrssicherheit neu nachzudenken oder die nach
langer Fahrpraxis vielleicht nicht mehr ganz taufrischen Kenntnisse über
Verkehrsregeln etwas aufzupolieren. Dies begrüße ich außerordentlich",
erklärte Staatssekretär Mappus.

Staatssekretär Mappus (rechts) im Gespräch
mit jungen Fahrern
Preise für Paten und "Patenkinder"
An diesem ersten Tag der Patenschaft wurden
unter den Paten, den "Patenkindern" und den im Projekt aktiven Fahrschulen
wertvolle Preise verlost. Gewinner des von VW gestifteten zweitägigen
Ausflugs nach Wolfsburg mit Übernachtung im Luxushotel und Besuch der
Autostadt war Herr Michael Maser und sein "Patenkind" Samuel Schäfer (Bild
links unten) Mercedes stiftete ein eintägiges
Mercedes-Sicherheitstraining, das Patin Gabriele Weiland-Flik aus Rohrdorf
und „Patenkind“ Mark Flik gewannen.

Pate (rechts) und "Patenkind" reisen zu VW
nach Wolfsburg
Auch die in der Patenschaft der
Besonnenheit aktiven Fahrschulen hatten die Chance, Preise zu gewinnen.
Die Fahrschule Langfeld aus Waldshut-Tiengen gewann ein vom Verlag
Heinrich Vogel, München, gestiftetes Unterrichtsprogramm für die Klasse
BE. Die Fahrschule Landefeld aus Rohrdorf gewann eine von der Firma
Veigel, Künzelsau, gestiftete Doppelpedalanlage. Weitere vom VVR und vom
Verlag Heinrich Vogel sowie der FSG/TTVA mbH zur Verfügung gestellten
Preise werden jeweils im ersten Monat eines Quartals unter allen
teilnehmenden Fahrschulen ausgelost. Um zu Hause kräftig für die Aktion
werben zu können, wurden die in Pforzheim anwesenden Fahrlehrer mit
Postern und Flyers der Patenschaft der Besonnenheit ausgestattet. |