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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 08.11.11

 

Kurznachrichten

Archiv 2006

Aus Dezember 2006:

Aus FPX 12/2006: Aid-Angel
Weil bei rechtzeitiger Erster Hilfe jedes zehnte Todesopfer von Verkehrsunfällen zu vermeiden wäre, hat sich Christian Häfner aus Weinstadt im Remstal Gedanken darüber gemacht, wie aus Unfallzeugen Lebensretter werden können. Wer zuerst an den Unfallort komme, sei meist auch gewillt zu helfen, jedoch sei die Angst, etwas falsch zu machen, stark verbreitet. Dabei sei rasches Eingreifen besonders wichtig, denn bei schweren Verletzungen sinke ohne sachkundige Hilfe die Überlebenschance in jeder Minute um 10 Prozent. Auf diesen Überlegungen fußend hat Häfner seinen Rettungsassistenten Aid-Angel entwickelt und dabei Unterstützung von hoher Hand, nämlich dem Förderprogramm des Bundeswirtschaftsministeriums erhalten. Aid-Angel ist ein in einem kleinen Gerät verpacktes interaktives System, das den Helfenden präzise anleitet, in jedem Moment das Richtige zu tun. „Mit dem ‚Kleinen Mann’ im Ohr muss niemand mehr Angst haben, etwas falsch zu machen“, meint der Erfinder, der an der Fachhochschule Esslingen Mikrosystemtechnik studiert. Wer mehr darüber wissen will, geht zu www.aid-angel.com. GLH

Aus FPX 12/2006: Warnwesten-Plunder
Nach einer Mitteilung der Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz, erfüllen 95% der geprüften Warnwesten in den Kriterien Leuchtdichtefaktor und Reflexionseigenschaften nicht die festgelegten lichttechnischen Anforderungen. Zu diesem Ergebnis kamen die Marktüberwachungsbehörden der Länder Berlin, Sachsen und Niedersachsen bei einem gemeinsam in diesem Jahr durchgeführten Kontrollprojekt. Die Prüfergebnisse gingen an die Hersteller und Importeure mit der Aufforderung zur Mängelbeseitigung. Der weitere Verkauf der mangelhaften Warnwesten ist untersagt. Bisher ist in Deutschland das Mitführen bzw. Tragen einer Warnweste im Straßenverkehr nur im gewerblichen Bereich Pflicht. Unfallexperten empfehlen dringend, Warnwesten auch im Privatfahrzeug mitzuführen und sie bei Unfall oder Panne auch bei Tag unbedingt anzulegen. In einigen EU-Ländern, z.B. Österreich, Italien oder Spanien müssen Pkw-Fahrer Warnwesten dabei haben. Mehr dazu unter http://www.berlin.de/sen/gesundheit/
arbeitsschutz/index.html
GLH/ARCD

Aus FPX 12/2006: Unfallverhütung: Europa kommt voran
Jacques Barrot, EU-Kommissar für Verkehr, eröffnete in Verona die vierte europäische Ministerkonferenz zur Verkehrssicherheit mit guten Nachrichten: Zwischen Herbst 2005 und Herbst 2006 ist die Anzahl der Verkehrstoten in Europa nach vorläufigen Zahlen um 8% auf 37.691 zurückgegangen. Dies ist ein fast doppelt so großer Fortschritt wie in den vorangegangenen Jahren und bestätigt die Kommission in ihrer Politik der zahlreichen kleinen Schritte, um in ganz Europa das Bewusstsein für Verkehrssicherheit zu schärfen sowie die notwendigen Modernisierungen an Fahrzeugen und Infrastruktur voranzutreiben. Der Trend zeigt, dass das anspruchsvolle Ziel, die Anzahl der Verkehrstoten europaweit bis 2010 um die Hälfte zu senken (auf 25.000), möglich ist. Barrot hob ausdrücklich die Wirksamkeit der europäischen Charta der Verkehrssicherheit, der mittlerweile 600 Personen, Unternehmen und Dachverbände, darunter auch die Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V., beigetreten sind. „Die Charta ist ein bürgernahes Instrument, das es uns ermöglicht, die Idee der ‚geteilten Verantwortung’ in die Praxis umzusetzen,“ führte Barrot aus. Die erfreuliche Trendwende, so der EU-Verkehrskommissar, sei vor allem beträchtlichen Fortschritten in den neuen Mitgliedsländern zu verdanken. In Tschechien und Zypern war ein Rückgang der Verkehrstoten um 25% zu verzeichnen, in Litauen, einem der gefährlichsten Pflaster Europas, waren es 27%. Portugal meldete 24%, Finnland 23% und Österreich 26% weniger Verkehrstote. Am 27. April 2007 findet erstmals der Tag der europäischen Verkehrssicherheit statt. Die Premiere des internationalen Aktionstages steht 2007 unter dem Motto „Junge Fahrer“. GLH/ARCD

Aus November 2006:

Aus FPX 11/2006: Wo ist der Straßenverkehr am sichersten?
Nach einer Meldung des ARCD hält Nordrhein-Westfalen bei der Verkehrssicherheit eine Spitzenposition in Europa. Diese Gegenüberstellung ist neu, denn bisher ging es bei europäischen Vergleichen nach Staaten, nicht aber nach deren Regionen. Danach lagen im Jahr 2004 innerhalb der EU die Niederlande, Schweden und Großbritannien auf den ersten Plätzen. Modus der Berechnung ist die Anzahl der Verkehrstoten pro 100.000 Einwohner (Niederlande 5,0, Schweden 5,4 und Großbritannien 5,6). Deutschland folgt mit 7,1 Verkehrstoten je 100.000 Einwohner mit deutlichem Abstand auf Platz vier. In einer Vergleichsrechnung will Prof. Egon Stephan von der Universität Köln nun herausgefunden haben, dass der erste Platz in Europa eigentlich dem deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen gebührt. Das Land sei unter Berücksichtigung von Bevölkerungszahl, Fläche und Verkehrsdichte durchaus mit EU-Staaten vergleichbar. Mit nur 4,7 Verkehrstoten je 100.000 Einwohner liege NRW in Europa an der Spitze, wenn man Malta (3,3) als Inselstaat und die deutschen Stadtstaaten Bremen (1,1), Berlin (2,1) und Hamburg (2,7) beiseite lasse. Über dem allgemeinen Durchschnitt in Deutschland liegen noch Baden-Württemberg (6,5) und Hessen (6,9). Hingegen weisen Mecklenburg-Vorpommern (11,9), Brandenburg (10,9) und Sachsen-Anhalt mit 10,3 Verkehrstoten die meisten Verkehrstoten je 100.000 Einwohner auf. Bleibt freilich die Frage, ob dieser auf relativ einfachen statistischen Werten beruhende Vergleich, in den beispielsweise besonders starke Belastungen durch den Transitverkehr nicht eingehen, für Unterschiede im 1- bis 2-Prozentbereich wirklich aussagekräftig ist. In Europa schneiden Lettland (22,0), Litauen (21,6), Zypern (15,4) und Griechenland (15,3) besonders schlecht ab. Gründe für Nordrhein-Westfalens Erfolg sieht Prof. Stephan vor allem in guter Präventionsarbeit und effizienten Kontrollstrategien gegen zu hohe Geschwindigkeit und Alkohol am Steuer. Von entscheidender Bedeutung sei, dass die Polizei durch verschärfte Kontrollen die große Mehrheit der positiv beeinflussbaren Bürger von Verkehrsverstößen abschreckt und gegen hartnäckige Verkehrssünder mit Maßnahmen wie Begutachtung, Schulung, Therapie und gegebenenfalls dem Entzug der Fahrerlaubnis besonders konsequent vorgehe. ARCD/GLH

Aus FPX 11/2006: Dritte EG-Führerscheinrichtlinie kurz vor Verabschiedung?
Wenn man den Brüsseler Auguren glauben darf, wird der Ministerrat noch in diesem Jahr die Dritte EG-Führerscheinrichtlinie verabschieden. Zuvor allerdings wird es noch eine zweite Lesung im Europäischen Parlament geben, von der jedoch keine wesentlichen Einwendungen gegen den auf dem bereits erzielten „gemeinsamen Standpunkt“ beruhenden Entwurf der Kommission erwartet werden. Die dritte Richtlinie über den Führerschein ist notwendig, weil trotz der erzielten Harmonisierungsfortschritte nach wie vor erhebliche Unterschiede in den Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten bestehen. Dies und die Tatsache, dass die Richtlinie von 1991 mehrfach geändert wurde, legt „im Sinne größerer Klarheit“ die Neufassung der Richtlinie nahe. Wesentlicher Inhalt wird neben einer Vorschrift gegen den Führerscheintourismus der obligatorische Umtausch aller Papierführerscheine und der alten Plastikführerscheine sein, freilich mit langen Übergangsfristen. Bei der Einteilung der Führerscheinklassen wird es, abgesehen von der Einführung der Klasse AM für das Moped, keine grundsätzlichen Änderungen, aber eine Reihe von Vereinfachungen geben. So soll die Bezeichnung der bisherigen Klasse A (beschränkt) in Klasse A2 geändert und zugleich die zulässige Nennleistung des sog. „Einstiegmotorrads“ von jetzt 25 kW auf 35 kW erhöht werden. Und für das Mitführen von Anhängern hinter Kraftwagen soll nicht mehr das Verhältnis der zulässigen Gesamtmasse des Anhängers zur Leermasse des ziehenden Fahrzeugs, sondern nur noch der für die jeweilige Fahrzeugkombination zulässige Grenzwert maßgebend sein. Die Veröffentlichung der Richtlinie im Europäischen Amtsblatt ist Anfang nächsten Jahres zu erwarten. Bis wann die Umsetzung in nationales Recht zu erfolgen hat, war bei Redaktionsschluss noch offen. GLH

Aus Oktober 2006:

Aus FPX 10/2006: Lkw-Giganten jetzt auch im Ländle
Nach dem vor einigen Monaten in Niedersachsen gestarteten Versuch sind seit 21. September auch auf Straßen im Großraum Stuttgart 60-Tonner unterwegs. Es geht dabei um Transporte zwischen den DaimlerChrysler-Werken im Neckartal und dem Logistikzentrum des Werks Sindelfingen. Während die anderen Nutzfahrzeughersteller die Riesenbrummis auf der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover als „EuroCombi“ vorstellten, heißt der 25,25 Meter lange Gigant bei DaimlerChrysler „Ecocombi“. Nach der von DaimlerChrysler zu Beginn des zweijährigen Pilottests herausgegebenen Meldung steht „Eco“ sowohl für Ökonomie als auch für Ökologie. Der vom Innenministerium Baden-Württemberg genehmigte Versuch wird durch die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) wissenschaftlich begleitet. GLH

Aus FPX 10/2006: Sardinien Total - Motorradevent der Superlative
In diesem Frühjahr hatte der Fahrlehrerverband Baden-Württemberg e.V. zum 24. Mal das Langstreckentraining Motorrad Total angekündigt. Nahezu eine Hundertschaft begeisterter Biker beiderlei Geschlechts folgte der Einladung, Mitte September für eine Woche auf der Sonneninsel Sardinien neue Erkenntnisse über sicheres Motorradfahren zu gewinnen und in die Praxis umzusetzen. Eine erste Bilanz ergab hohe Zufriedenheit aller Teilnehmer mit der Organisation, den Inhalten der Fortbildung, dem Hotel und vor allem mit der leichten, weil verkehrsarmen Anfahrt zu den Strecken des Realverkehrs. Bei Ankunft der Fähre in Genua war wieder eine Woche voller zweirädriger Glanzpunkte zu Ende. Davon beschwingt, gab es den vielfach wiederholten Abschiedsschwur, man werde im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder dabei sein. Dabei schwangen immer ganz stark die Neugier auf den nächsten Austragungsort und auch die Frage mit: Lässt sich das auf Sardinien Erlebte im Jubiläumsjahr wohl noch steigern? GLH

Aus FPX 10/2006: Fahrlehrerverband: Logo in neuem Design

Nach über 30 Jahren bekam das „Markenzeichen“ des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V., der auf der Spitze stehende Rhombus, ein leichtes Facelifting. Schriftbild und Hintergrund wurden modernisiert. Anstelle des grauen Schattens steht jetzt eine „Schale“, die die umfassende Betreuung und den Service des Verbandes symbolisiert.
Die Geschichte des roten Parallelogramms geht auf das Jahr 1956 zurück. Damals gab es in Stuttgart noch zahlreiche durch Schupos geregelte Kreuzungen. Um ungeschickte Fahrschüler nicht deren Zorn auszusetzen, vereinbarten die Stuttgarter Verbandsfahrlehrer mit den Ordnungshütern, als Erkennungszeichen die Windschutzscheibe ihrer Autos mit einem 10 x 10 cm großen signalroten Rhombus zu schmücken. Das half.
Und 1968, als der Verband die Wortmarke „Gut betreut – Verbandsfahrschule“ kreierte, lag nichts näher, als den Rhombus zu verwenden. Wenig später war er auch das Grundmotiv für das Verbandslogo. GLH

 

Aus September 2006:

Aus FPX 09/2006: Landstraßen haben´s in sich
Obwohl die Anzahl der getöteten Verkehrsteilnehmer auf Landstraßen im Jahr 2005 um fast 12% abgenommen hat, haben sich rund 60% aller tödlichen Verkehrsunfälle auf diesen Straßen ereignet. Da sei, so der Präsident des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR), Prof. Manfred Bandmann, „noch viel Potenzial für die Verbesserung der Verkehrssicherheit“. Junge Fahrerinnen und Fahrer zwischen 18 und 25 sind auf Landstraßen besonders gefährdet. Ihr Anteil an schweren Verkehrsunfällen ist nach wie vor sehr hoch: 20% der im letzten Jahr im Straßenverkehr zu Tode gekommenen Fahrzeuginsassen gehörten dieser Altersgruppe an. Geringe Fahrerfahrung, Selbstüberschätzung und ein Hang zu hoher Geschwindigkeit, aber auch Alkohol- und Drogenkonsum spielen hierbei eine Rolle. Das höre man gebetsmühlenartig seit vielen Jahren, sagen Kritiker, aber es passiere nichts. Das jedoch ist falsch, denn die Verkehrssicherheitsarbeit zeigt Früchte. So sind in Deutschland im letzten Jahr 8,2% weniger Menschen als in 2004 im Straßenverkehr umgekommen, was sich auch in den Zahlen der verunglückten Fahrerinnen und Fahrer der kritischen Altersgruppe positiv niedergeschlagen hat. Zugleich war im Jahr 2005 die Anzahl der Verkehrstoten mit insgesamt 5.361 niedriger als jemals zuvor. Der erfreuliche Trend hält auch in diesem Jahr an.

Apropos Landstraße: Experten sind der Auffassung, dass die während der Fahrausbildung zu absolvierenden Überland- und Nachtfahrten hinsichtlich Erfahrungsbildung, Risikoverhalten und Geschwindigkeitsbewusstsein für die Fahranfänger von großer Wichtigkeit sind. Deshalb komme es darauf an, diese Ausbildungsfahrten inhaltlich sehr sorgfältig zu strukturieren und besonders auch auf die Erkenntnisse der Unfallforschung abzustimmen. GLH

Aus FPX 09/2006: MPU nahmen in 2005 ab
Nach Mitteilung der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) haben die Begutachtungsstellen für Fahreignung im letzten Jahr 104.325 medizinisch-psychologische Untersuchungen durchgeführt. Das waren gut 6% weniger als im Jahr 2004. Hauptgrund für eine Untersuchung war wie in den Vorjahren die Alkoholauffälligkeit von Straßenverkehrsteilnehmern (61%). Dabei fiel der größte Anteil der zu begutachtenden Personen (35%) erstmalig mit Alkohol auf. Mit großem Abstand folgte die Auffälligkeit aufgrund von Drogen- und Medikamenten-Einnahme (17%). Entsprechend der rückläufigen Zahl aller Untersuchungen zeigte sich der stetige Abwärtstrend auch bei den Alkoholauffälligen: Bei den erstmalig Auffälligen waren es rund 12% weniger als 2004. Die Anzahl der wiederholt Alkoholauffälligen verringerte sich um etwa 9%. Entgegen dem Trend ist die Anzahl der Drogen- und Medikamentenauffälligen um rund 8% gestiegen.

Der Rückgang der Alkoholauffälligkeiten bei gleichzeitigem Anstieg der Drogen- und Medikamentenauffälligkeiten ist jedoch nicht allein auf Verhaltensänderungen der Verkehrsteilnehmer zurückzuführen, sondern auch mit der Veränderung der Überwachungstätigkeit der Polizei zu erklären, die ihre Aktivitäten zunehmend auf die Drogenerkennung fokussiert. BASt/GLH

Aus August 2006:

Aus FPX 08/2006: Führerscheintourismus: Tschechien macht ernst
Tschechien hat am 1. Juli dieses Jahres ein weiteres Schlupfloch des Führerscheintourismus dicht gemacht. Nur wer dort nachweislich seinen festen Wohnsitz hat, darf in der tschechischen Republik einen Führerschein erwerben. Vor diesem Zeitpunkt rechtmäßig ausgestellte Führerscheine behalten jedoch ihre Gültigkeit. Laut einer Meldung von dpa haben allein im letzten Jahr 7144 deutsche Staatsbürger in Tschechien erfolgreich eine Führerscheinprüfung abgelegt. Dabei handelte es sich nicht vorwiegend um Fahranfänger, sondern um Personen, denen in Deutschland die Fahrerlaubnis entzogen worden war. Einen durchgreifenden Stopp des Führerscheintourismus wird es nach Auffassung der Experten aber erst mit Inkrafttreten der Dritten EU-Führerrichtlinie geben. Die darüber hinaus angestrebte Vernetzung der nationalen Register soll langfristig dem Erwerb eines „Ersatzführerscheins” in einem anderen EU-Staat endgültig einen Riegel vorschieben. Der europäische Verkehrssicherheitsrat ETSC drängt deshalb die verantwortlichen EU-Politiker, ab sofort die Schaffung des Netzwerks und den Informationsaustausch voranzutreiben und keinesfalls bis zur vollen Umsetzung der Führerscheinrichtlinie (also in rund 20 Jahren!) zu warten. In Tschechien tritt übrigens, wie auch in Spanien, ab 1. Juli ein Führerschein-Punktesystem nach deutschem Muster in Kraft. In Tschechien ist überdies Fahren mit Abblendlicht bei Tag ab diesem Zeitpunkt Pflicht. ARCD/GLH

Aus FPX 08/2006: Hybridantrieb im Vormarsch
Der Hybridantrieb, diese „Kreuzung“ aus Verbrennungs- und Elektromotor, macht immer mehr von sich reden. Die großen Hersteller wie DaimlerChrysler, General Motors und Ford hecheln dabei den erfolgreichen Toyotas hinterher. Nach wie vor aber herrschen unter Fachleuten große Zweifel über den nachhaltigen Nutzen dieser Technologie. Viele glauben, dass der Hybridantrieb nur eine kurzlebige Zwischenlösung auf dem Weg zu neuen, von fossilen Energien weitgehend unabhängigen Antriebssystemen ist. Nichtsdestotrotz hat Toyota seit Anfang dieses Jahres schon mehr als 400 Pkw des Typs Lexus mit Benzin-Hybrid-Antrieb in Deutschland verkauft, 280 davon waren SUV RX 400 (Geländewagen). Der Toyota Prius war 1997 das weltweit erste Serienfahrzeug mit einem Benzin/Elektro-Hybridantrieb. In den USA hat das Auto längst Kultstatus und verkauft sich wie warme Semmeln. Seit März dieses Jahres verkauft Toyota den technologisch weiter optimierten Prius auch in Europa mit wachsendem Erfolg. Das Auto ist u.a. mit einer automatisch lenkenden Einparkhilfe (IPA) erhältlich. Als Fahrschulauto wird der Prius vorerst keine große Verbreitung finden, denn er ist nur mit Automatikgetriebe erhältlich. Schade eigentlich, denn im innerstädtischen Verkehr ist die Schadstoffemission dank E-Motor gleich null und der Kraftstoffverbrauch ist, verglichen mit Autos ähnlicher Größe und Leistung, um bis zu 30 Prozent geringer. GLH

Aus FPX 08/2006: Lebensgefährliche Mini-Motorräder
Mini-Motorräder, auch Pocketbikes genannt, machen Europas Parkplätze, Gehwege und Straßen unsicher. Sie sehen aus wie Spielzeug, sind aber mit echten Verbrennungsmotoren ausgestattete Zwergversionen ihrer großen Brüder. Nachdem bei der EU-Kommission aus mehreren Ländern Berichte über schwere Unfälle mit teils tödlichem Ausgang eingegangen sind, schlägt Brüssel nun Alarm: „Diese Pocketbikes erfüllen nicht die erforderlichen Sicherheitsnormen und werden als äußerst schwer manövrierbar angesehen“, heißt es im Statement der Kommission. Der für Gesundheit und Verbraucherschutz zuständige Kommissar Markos Kyprianou warnte eindringlich: „Durch ihre geringe Größe und Geschwindigkeit wirken sie auf Kinder sehr ansprechend, sie sind jedoch kein Spielzeug! Ich fordere die Mitgliedsstaaten dringend dazu auf, die Verbraucher auf die Gefahren dieser Mini-Motorräder aufmerksam zu machen, mehr Pocketbikes zu überprüfen und die Rücknahme unsicherer Produkte vom Markt zu gewährleisten.“ ARCD/GLH

Aus Juli 2006:

Aus FPX 07/2006: Was ist der Komparativ von Handy?
Etwa handyer oder vielleicht handier? Weit gefehlt! Die Steigerungsstufe von Handy heißt BlackBerry oder, wenn nicht in Computerorthographie geschrieben, einfach Blackberry. Wer jetzt seine Englischkenntnisse bemüht, kommt nicht weit. Denn eine Brombeere ist es nicht. Es ist, wenn man das einmal laienhaft ausdrücken darf, ein online-gieriger Miniatur-Laptop, von dem die Werbung schwärmt: „BlackBerry verbindet Sie jederzeit drahtlos mit der ganzen Welt – Blackberry ist der ultimative mobile Zugriff auf Telefon, Internet und Ihre E-Mails.“ Toll, was? Oder vielleicht doch nicht? Das Blackberry findet jedenfalls nicht nur Zustimmung. Klagen über wegen im „Briefkasten“ stöbernder, E-Mails beantwortender und deshalb nicht bei der Sache seiender Konferenz- und Sitzungsteilnehmer mehren sich. Vom Blackberry infiziert sollen selbst Top-Manager und höhere Beamte sein, die zuvor die Verbannung des Mobiltelefons aus Meetings mit fast religiösem Eifer betrieben hätten.

Wenn der Herr Fahrlehrer nun so ein Ding besitzt, kann er telefonieren, aber auch lautlos seine E-Mails und sein Bankkonto checken. Allerdings sollte man auch hier aus der Geschichte, einer wahren nämlich, zu lernen versuchen: In einer größeren schwäbischen Stadt gab es in den 60ern des letzten Jahrhunderts einen Fahrpädagogen, der morgens nebenher immer Zeitung las. Kollegen, die sich darüber mokierten, „weil er damit die ganze Zunft in Verruf bringe“, wiegelte er mit dem Bemerken ab, das sei allein seine Sache. Als es dann eines gar nicht so schönen Tages richtig schlimm gekracht hatte und der Fahrschüler vor Gericht die Lesegewohnheiten seines Fahrlehrers preisgab, war damit und auch sonst Schluss. Blackberry auf Fahrlehrers Lap? Immer total informiert - genial! Freilich nicht über die paar Meter Straße, auf die es momentan ankommt. GLH

Aus FPX 07/2006: Keine Warnweste dabei? - Im Ausland drohen saftige Bußen
Wer mit seinem Auto ins Ausland reist, sollte an die Warnweste denken. In vielen Ländern ist das Tragen der Warnweste Pflicht, wenn man auf Straßen außerhalb von Ortschaften wegen Panne oder Unfall aussteigt. In manchen Ländern ist sogar das Nichtmitführen der vorgeschriebenen Warnweste, die gelb oder orangefarben sein und das europäische Kontrollzeichen EN 471 tragen muss, bereits mit Bußgeld bedroht. So kostet Nichtmitführen des farbigen Wams in Portugal mindestens 60 €. Wer seine Weste bei Pannen und Unfällen nicht anlegt, zahlt dort sogar zwischen 120 und 600 €. In Deutschland besteht bislang keine entsprechende Pflicht. Hamburg brachte jetzt im Bundesrat einen Verordnungsantrag ein, nachdem künftig sogar das Mitführen von zwei (!) Warnwesten im Fahrzeug vorgeschrieben werden soll. Der Antrag wurde zur Beratung in die Ausschüsse überwiesen. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee zeigte sich von dem Plan der Hanseaten wenig begeistert. Sein knapper Kommentar dazu: „Überregulierung“. Ganz abgesehen davon, dass Fahrschulwagen aus versicherungsrechtlichen Gründen ohnehin damit ausgestattet sein müssen, rät die Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V. allen Autofahrern dringend, Warnwesten im Fahrzeug (nicht im Kofferraum!) mitzuführen, denn sie dienen vor allem bei Nacht der eigenen Sicherheit. ARCD/GLH

Aus Juni 2006:

Aus FPX 06/2006: Bußgelderhöhung auf der Kippe?
Werden die Pläne von Verkehrsminister Tiefensee, die Bußgelder für Raser, Drängler und Alkohol- oder Drogenbenebelte drastisch zu erhöhen, am Veto der Länder scheitern? Bayerns Innenstaatssekretär Georg Schmid jedenfalls dementierte die Meldung, wonach die Länder das Vorhaben der Bundesregierung uneingeschränkt unterstützen. Schmid: „Bei der Sitzung der Verkehrsminister am 17. Mai ist Tiefensee von Länderkollegen massiv für seinen nicht abgestimmten Alleingang kritisiert worden.“ Nach Schmid sind Bußgelder kein Allheil-mittel, um die Zahl der Verkehrstoten nachhaltig zu verringern. Auch Thüringens Verkehrsminister Andreas Trautvetter (CDU) sagte, Tiefensee könne sich bei seinen Plänen nicht auf die Unterstützung der Länder berufen. Man brauche hingegen mehr Kontrollen des rollenden Verkehrs und eine konsequente Anwendung des vorhandenen Strafrahmens durch die Gerichte. Tiefensee war am Vortag der Verkehrsministerkonferenz mit dem Vorstoß für doppelte Höchst-Bußgelder für Rowdys an die Öffentlichkeit gegangen. Bei Vorsatz solle es eine Erhöhung auf 2.000 Euro für Raser und Drängler und auf 3.000 Euro für unter Alkohol oder Drogen stehende Autofahrer geben. Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) und die Deutsche Verkehrswacht begrüßten das Vorhaben von Tiefensee, sofern die zusätzlich eingenommenen Mittel direkt für die Verkehrssicherheitsarbeit eingesetzt würden. Die Auto-Clubs aber äußerten unisono erhebliche Zweifel, dass höhere Bußgelder Rowdys nachhaltig abschrecken können. Untersuchungen zeigten immer wieder: Autofahrer fürchten den Entzug der Fahrerlaubnis weit mehr als hohe Buß- oder Strafgelder. Der Auto- und Reiseclub Deutschland (ARCD) schließt sich Forderungen für eine höhere Kontrolldichte auf unseren Straßen und für eine konsequentere Ahndung von rüpelhaften Verkehrsverstößen an. Darunter falle aber auch mutwilliges, anhaltendes „Blockieren“ der Überholfahrstreifen auf Autobahnen durch langsamer fahrende Verkehrsteilnehmer, denn erst dies rufe bei manchen Autofahrern Drängelei und rücksichtsloses Fahren hervor. ARCD/GLH

Aus FPX 06/2006: Weltrekord im Fahren ohne Führerschein
Ist es eine Ente oder eine Tartarenmeldung? Was auch immer, jedenfalls sollen in Frankreich laut Nachrichtenmagazin Marianne 1,5 Millionen Autofahrer ohne Führerschein unterwegs sein. In den vergangenen drei Jahren habe das Fahren ohne Führerschein in Frankreich um 1000 (Eintausend) Prozent zugenommen. 2005 seien bei Kontrollen 33.000 Autofahrer ohne Führerschein angetroffen worden. Experten der Universität Paris II und des Opferfonds für Unfallgeschädigte schätzen die Gesamtzahl der Fahrer ohne Fahrberechtigung auf 1,5 bis 2 Millionen (von insgesamt 36 Mio. Autofahrern) ein. Grund seien die Kosten für Fahrschule und -prüfung, die sich immer weniger junge Franzosen leisten könnten oder wollten. Eine hohe Durchfallrate (46 Prozent) bei der Führerscheinprüfung tue ein Übriges. Ein weiterer Grund sei der sprunghafte Anstieg der Anzahl von Fahrern, die ihr Punkte-Konto aufgebraucht haben und damit zu einer neuen Prüfung antreten müssten. Häufigste Ursache für den Punkteschwund sind Geschwindigkeitsübertretungen, die seit der Einführung automatischer Radarkontrollen 2003 strenger und lückenloser geahndet werden. Diese Kontrollen haben sich sehr positiv auf Frankreichs Unfallstatistiken ausgewirkt (30 Prozent weniger Unfalltote in drei Jahren). Führerscheinlose Lenker, so heißt es weiter, trügen paradoxerweise nicht zur Verschlechterung der Unfallstatistik bei, da sie unauffällig und vorsichtiger fahren, um nicht kontrolliert oder in einen Unfall verwickelt zu werden. (Anmerkung der Redaktion: Eine Bestätigung dieser Meldung von offizieller Seite liegt bisher nicht vor.) GLH

Aus Mai 2006:

Aus FPX 05/2006: Gelbes Tagfahrlicht für Motorräder?
Nach Auswertung der europäischen Unfallstatistiken des Zeitraums von 2001 bis 2004 ergibt sich für Motorradfahrer eine alarmierende Bilanz: Die Anzahl der tödlichen Unfälle zeigt steigende Tendenz. In den alten Mitgliedstaaten der Union nahm der Anteil der tödlich verunglückten Motorradfahrer an der Gesamtzahl der im Straßenverkehr Getöteten von 12 auf 14 Prozent zu. Nur Dänemark und Finnland kommen - nicht zuletzt wegen der längeren Winter - besser weg. Über dem EU-Durchschnitt lagen Griechenland (19 Prozent), Großbritannien (17 Prozent), Italien (15,5 Prozent), Frankreich, Deutschland, Irland und Portugal (14 - 15 Prozent). Bei weiterer deutlicher Abnahme der Anzahl der Verkehrstoten bis 2010 ist die Zunahme des Anteils der getöteten Motorradfahrer von derzeit einem Sechstel auf ein Drittel zu befürchten. Ob das freiwillige Abkommen der Motorradhersteller mit der EU-Kommission, wonach bis 2010 die Hälfte aller neuen Motorräder mit ABS ausgestattet werden soll, diese beängstigende Entwicklung stoppen kann, ist fraglich. In diesem Kontext drängt sich ernsthaft die Frage auf: Wird der im jüngsten Entwurf der Dritten EU-Führerscheinrichtlinie beabsichtigte Leistungszuwachs des Einsteigermotorrads von jetzt 25 auf 35 kW dem schlimmen Unfalltrend weiteren Boden bereiten? Viele Motorradfahrer sehen im Übrigen in dem von Brüssel gewünschten und in einer Reihe von Mitgliedstaaten schon eingeführten Tagfahrlicht für alle Kraftfahrzeuge erhebliche Nachteile für ihre Sicherheit. Die rechtzeitige Erkennbarkeit der Motorräder werde damit stark herabgesetzt, was zu einer Vermehrung der Unfälle vor allem mit nach links abbiegenden Pkw führe. Um diesen Nachteil zu kompensieren, will die EU-Kommission noch in diesem Jahr die Einführung von bernsteinfarbenen Tagfahrleuchten für Motorräder vorschlagen. GLH / ARCD

Aus FPX 05/2006: Neuer Stern am Motorradhimmel
In diesen Maitagen bringt BMW - für die Saison ein wenig spät - seine neuen Zweizylinder zu den Händlern. Eine bemerkenswerte Konstruktion, die auf den ersten Blick an nichts erinnert, was man bisher von mehrzylindrigen Maschinen des Hauses BMW kennt. Es ist ein Zweizylinder-Reihenmotor - auch Parallel-Twin genannt - Hubraum 798 cm3, mit dem BMW in die Mittelklasse vorstößt oder, wie manche meinen, sogar die neue Mitte des Motorrads kreiert. Der Vierventiler gibt bei 8000 min-1 62,5 KW (80 PS) ab. Fahrfertig wiegt die Maschine 200 kg und ist damit ein echtes Leichtgewicht unter den Zweizylindern. Zur Gewichtseinsparung tragen ganz wesentlich der Alurahmen und der Zahnriemenantrieb bei. Die Neue kommt in zwei Versionen, als sportliche F 800 S und in etwas zahmerer Anmutung als tourentaugliche F 800 ST.

BMW F 800 S
Bild: BMW-Presse

Das neuartige (abschaltbare) ABS ist im Listenpreis von 8450 € nicht enthalten, dafür kommen 690 € hinzu. Für Fahrschulen könnte die ST eine gute Wahl sein, die aber erst ab September zu haben sein wird. Vorerst gibt es also nur die F 800 S. In ihrer Grundcharakteristik liegen der Sportler und der Tourer jedoch nicht weit auseinander: Beide zeichnen sich durch ausgefeilte ergonomische Eigenschaften und ein geradezu sanftmütiges Lastwechselverhalten aus. Die Liste des werksseitig lieferbaren Zubehörs ist lang und lässt kaum Wünsche offen. Für klein gewachsene Fahrschüler kann die Sitzhöhe von 820 mm auf 790 mm reduziert werden. Leistungsdrosselung auf 25 kW ist möglich, sodass die Maschine für die Ausbildung der Klasse A (leistungsbeschränkt) verwendet werden kann. Nach Inkrafttreten der 3. EU-Führerscheinrichtlinie wird sich nach derzeitigem Stand insofern nichts ändern, als für Ausbildungs- und Prüfungsfahrzeuge der Klasse A 2 - so wird A (beschränkt) dann heißen - als Mindestleistung 25 kW beibehalten werden sollen. GLH

Aus April 2006:

Aus FPX 04/2006: Motorrad: Frauen erobern den Lenker
Nach Schätzung des Industrie-Verband Motorrad Deutschland e. V. werden in Deutschland etwa 1 Million Motorräder – kleine, große und Roller zusammengezählt – von Frauen gefahren. Es sei, so der Verband, unübersehbar, dass immer mehr Frauen Spaß am Bike haben. Häufig werde die Freude am Motorrad durch Mitfahren auf dem Sozius geweckt. Wie viele Sozias es gibt, weiß man nicht, aber Tatsache ist, dass von den über 500.000 im vergangenen Jahr neu zugelassenen oder umgeschriebenen Motorrädern mehr als 15 Prozent Frauen gehören. In dieser Zahl, so heißt es in der Pressemitteilung des Verbandes weiter, seien die Fahrerinnen nicht mitgezählt, die ihr Motorrad aus Gründen einer günstigeren Versicherungsprämie als Zweitfahrzeug auf ihren Partner zugelassen hätten. Ein typisches Frauen-Motorrad gebe es zwar nicht, aber das Angebot sei heute vielseitig genug, um das Richtige zu finden, erklärte die Ex-Sozia und frischgebackene Enduro-Fahrerin Antje Düsberg gegenüber dem Verband. GLH

Aus FPX 04/2006: Tiefensee gegen Führerscheintourismus
Bei einem informellen Treffen des Ministerrates äußerte sich der österreichische Ratsvorsitzende Hubert Gorbach zuversichtlich, die EU-Verkehrsminister könnten bis Juni einen Kompromiss für ein europaweit einheitliches Führerscheinmodell finden. Gegenwärtig gibt es mindestens 111 verschiedene Führerscheinvarianten in Europa, von denen viele – besonders im grenzüberschreitenden Verkehr – den kontrollierenden Beamten Rätsel aufgeben. Noch immer strittig ist die Umtauschpflicht, gegen die sich bisher vor allem Deutschland und Österreich wehrten. Ein Vorstoß von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee könnte jedoch auf ein Einlenken der deutschen Delegation in dieser Frage beim nächsten EU-Verkehrsministergipfel hindeuten, vorausgesetzt, man nimmt sich in Brüssel der Sorgen Deutschlands an. Mit einer einheitlichen Plastikkarte sei nämlich das Problem des Führerscheintourismus noch nicht gelöst, beklagte Tiefensee in Berlin. Wir wissen, dass in Deutschland mehr als 2800 Personen einen Führerschein im benachbarten Ausland erworben haben. Man müsse sogar von einer wesentlich höheren Zahl ausgehen. Nach Tiefensee handelt es sich überwiegend um Personen, denen in Deutschland wegen Fahrens unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen der Führerschein entzogen worden war. Entgegen bestehender EU-Regelungen werde Deutschen ohne festen Wohnsitz in diesen Ländern der Führerschein erteilt. Bisher hätten bilaterale Vereinbarungen nichts genutzt, so Tiefensee. Zudem verbiete ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs Deutschland seit kurzem, diese zu Unrecht ausgestellten Führerscheine einzuziehen. Der Minister fordert nunmehr eine europäische Lösung, um zu verhindern, dass Verkehrssünder unter Umgehung deutschen Rechts weiter am Straßenverkehr teilnehmen können. ARCD/GLH

Aus FPX 04/2006: Die Monopole schwinden
In seiner Sitzung vom 10. Februar 2006 beschloss der Bundesrat wichtige Änderungen der Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO). So soll es künftig kein Monopol mehr für Prüforganisationen bei der Begutachtung von Oldtimern zur Erteilung des begehrten H-Kennzeichens geben. Nunmehr können alle zugelassenen Überwachungsorganisationen begutachten, ob ein Fahrzeug als Oldtimer eingestuft werden darf. Das Oldtimer-Kennzeichen H (wie historisch) erhalten Fahrzeuge, die mindestens 30 Jahre alt sind und als kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut gelten; für sie gelten günstigere Kfz-Steuertarife. Veteranen wie der Schneewittchensarg von Volvo, der Heckflossen-Daimler, der DKW 1000 S oder der BMW V 8 dürfen mit H-Kennzeichen ohne Einschränkung im öffentlichen Verkehr genutzt werden. Keine Benachteiligungen soll es mehr bei der Prüfung von Fahrzeugen geben, die länger als 18 Monate abgemeldet waren. Bisher war davon z.B. die Kraftfahrzeug-Überwachungsorganisation freiberuflicher Sachverständiger (KÜS) ausgeschlossen. In der neuen Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV) wird der unterschiedliche Modus zwischen vorübergehender Stilllegung und endgültiger Außerbetriebsetzung weitgehend aufgehoben. Für die Wiederzulassung nach einer längeren Pause reicht eine beanstandungsfreie Hauptuntersuchung aus. Voraussetzung ist, dass die Stilllegung nicht länger als sieben Jahre gedauert hat. ARCD/GLH

Aus März 2006:

Aus FPX 03/2006: Motorradsaison 2006
Bald beginnt wieder die Jahreszeit des Motorrads. Nach dem relativ strengen Winter, der uns noch immer in den Knochen hängt, ist die Sehnsucht nach warmem Fahrtwind, nach den unverwechselbaren Gerüchen sprossender Felder, kurz nach dem nur auf dem balanceabhängigen Vehikel entstehenden einzigartigen Sucht- und Lustgefühl übermächtig. Wenn die Voraussagen der Auguren nicht ganz daneben liegen, könnte 2006 ein guter Motorradjahrgang werden. Zum ersten wird das Motorrad bei den so genannten Pflichtfahrten wieder eine stärkere Rolle spielen. Denn bei den hohen und wahrscheinlich weiter steigenden Spritpreisen sind sparsame Motorräder / Motorroller für die Fahrt zur Arbeit eine echte Alternative zum Pkw. Zum Zweiten wird nach der Stagnation der letzten Jahre das Interesse der 20- bis 30-Jährigen am Motorrad wieder zunehmen. In diesem Alterssegment gibt es schon jetzt einen nicht zu übersehenden Nachholbedarf. Der Markt des motorisierten Zweirades wird sich deutlich beleben, zumal mehr neue Modelle mit ABS Anreiz bieten, auf sicherere Motorräder umzusteigen. Auch die Fahrschulen werden von dem erwarteten Trend profitieren. Kommt es dann noch zu dem von den Wirtschaftsgurus vorhergesagten Wirtschaftsaufschwung und spielt auch das Wetter noch mit, steht für 2006 einer deutlichen Aufmunterung der Motorradszene nichts mehr im Wege. GLH

Aus FPX 03/2006: Keine Extrawurst für Ernst August
Die Meldung ging 2003 durch viele deutsche Medien: Prinz Ernst August von Hannover war auf einer französischen Autobahn statt mit erlaubten 130 km/h mit Tempo 211 unterwegs gewesen. Dafür verhängte ein französisches Gericht einen Monat Fahrverbot. Zum Missfallen des hohen Herrn erschien das alles samt Bild in vielen Zeitungen. Dagegen klagte der Prinz. Er verlangte Unterlassung von Wort- und Bildberichterstattung durch eine Zeitung, die sich nicht an ein zuvor zu seinen Gunsten ergangenes Urteil hielt. Nach zwei widersprüchlichen Urteilen von Land- und Kammergericht entschied der Bundesgerichtshof nun wegen der grundsätzlichen Bedeutung des Falles, die Presse dürfe über einen schwerwiegenden Verkehrsverstoß einer in der Öffentlichkeit bekannten Person mit Namensnennung und Abbildung berichten (Az.: VI ZR 286/04). Durch die individualisierende Berichterstattung über die Verkehrsverfehlung werde zwar das allgemeine Persönlichkeitsrecht des Klägers beeinträchtigt. Er habe diesen Eingriff aber hinzunehmen, da die Interessen der Presse jene des Klägers überwiegten. Einschränkungen der Berichterstattungsfreiheit seien nicht geboten, da die vom Kläger unbestrittene Verfehlung nur die Sozial- und nicht seine Privatsphäre betreffe, urteilten die Bundesrichter. Der Gesetzesverstoß stelle jedenfalls allein wegen der hohen Geschwindigkeit eine abstrakte Gefährdung der Allgemeinheit dar. In einem solchen Fall genieße die aktuelle Berichterstattung, auch wegen der Wächterfunktion der Presse, Vorrang vor den Interessen des Betroffenen.
ARCD / GLH

Aus FPX 03/2006: Mehr Licht, mehr Sicht, mehr Sicherheit
Was der altbekannte Slogan verspricht, will das neue Intelligent Light System von Mercedes besser erfüllen als jedes Autolicht zuvor. Wer künftig seinen Daimler mit Bi-Xenon-Scheinwerfer kauft, bekommt die intelligenten neuen Scheinwerfer, die das Licht je nach Wetter- und Verkehrssituation dahin leiten, wo es der Fahrer am dringendsten braucht. Das Intelligent Light System erweitert das Sichtfeld, was zu einer Verringerung der Dämmerungs- und Nachtunfälle beitragen kann. Die neuen Scheinwerfer machen das Abblendlicht zum Landstraßenlicht, das den linken Fahrbahnrand heller und weiträumiger ausleuchtet als bisher, wodurch der Fahrer ein um 10 Meter größeres Sichtfeld erhält. Wird das Auto schneller als 90 km/h, geht das System automatisch in den Autobahnmodus über. Die Leistung der Xenon-Lampen erhöht sich dabei von 35 auf 38 Watt. Ab etwa 110 km/h verändert eine drehbare Walze im Scheinwerfer den Lichtverlauf, wodurch die Reichweite des fahrbahninneren Scheinwerfers deutlich gesteigert wird. Auch bei Nebel soll das intelligente Lichtsystem, das ab Sommer 2006 zunächst für die E-Klasse bestellt werden kann, eine bessere Ausleuchtung der Fahrbahn bringen. DC / GLH

Aus Februar 2006:

 

Aus FPX 02/2006: Unfallbilanz 2005
Noch sind die Statistiker am Zählen und Auswerten. Doch schon jetzt ist ziemlich sicher: Die tödlichen Straßenverkehrsunfälle haben in Deutschland im Jahr 2005 einen neuen Tiefststand erreicht. Schon Ende Oktober rechnete das Statistische Bundesamt mit einem Rückgang der Verkehrstoten gegenüber 2004 um 8 Prozent auf etwa 5 400. Wenn die beiden letzten Monate des Jahres nicht noch einen unerwartet dicken Strich durch die Hochrechnung gemacht haben, wäre dies nur noch ein Viertel der Todesopfer, die im katastrophalen Jahr 1970 zu beklagen waren. Und das, obwohl der Fahrzeugbestand seitdem auf fast das Dreifache gestiegen ist. Hingegen hat die Anzahl der im Straßenverkehr Verletzten und die der polizeilich erfassten Unfälle nur um 1 Prozent abgenommen. Auch Österreich meldet für 2005 eine signifikante Abnahme der Verkehrstoten auf insgesamt 764. Vergleicht man die Zahlen, kommen in Österreich 93, in Deutschland 66 tödlich im Straßenverkehr verunglückte Personen auf eine Million Einwohner. Das insgesamt positive Bild wird leider von der nach fünf Jahren erstmals wieder angestiegenen Anzahl tödlich verunglückter Kinder überschattet. Dabei hat sich die Anzahl der mit dem Fahrrad verunglückten Kinder fast verdoppelt. GLH

Aus FPX 02/2006: Familie Jensen rüstet ab
Mrs. Margie Jensen, ihres Zeichens Lehrerin an einer Grundschule, lebt in einem kleinen Städtchen in Florida. Seit 20 Jahren ist sie im Job, hat auch Freude daran, aber neuerdings plagen sie die horrend gestiegenen Benzinpreise. Sie pendelt fünf Mal die Woche und legt dabei täglich 90 km zurück. Das macht 450 km pro Woche. In Geld gerechnet macht das bei einem Preis von $ 2,25 pro Gallone (3,785 Liter) und einem Verbrauch von 11l/100 km Normalbenzin summa summarum etwa 120 Dollar pro Monat. Dabei, so betont sie, fahre sie einen bescheidenen 6-Zylinder Ford Taurus mit 3 l Hubraum, während die meisten ihrer Kolleginnen und Kollegen mit einem SUV, zu Deutsch Geländewagen, allradgetrieben, daherkämen. Nun war Mrs. Jensen im letzten Sommer zum ersten Mal in ihrem 45-jährigen Leben in Europa. Ihr Mann, dessen Großeltern mütterlicherseits aus Italien stammen, hatte ihr diese Reise schon bei der Hochzeit versprochen. Aber es kam dauernd was dazwischen. So ihre drei Kinder, der Hausbau und damit auch der eine oder andere finanzielle Engpass. Jetzt aber war es so weit. Ab nach Rom, und von dort mit einem gemieteten SMART nach Venedig und zu vielen anderen grandiosen Plätzen Italiens. Mr. und Mrs. Jensen waren begeistert. Die Reise war ein einziger Traum. Neben dem gastfreundlichen Italien und dessen tausend Sehenswürdigkeiten beeindruckte sie am meisten das kleine Auto. „Wir haben fast nie getankt, obwohl wir über 1000 km runter gerissen haben. Der kleine Diesel würde mir für meine tägliche Fahrt zur Schule vollauf genügen, da könnte ich pro Monat rd. 80 Dollar sparen, aber leider gibt es den SMART in den USA nicht zu kaufen“, resümierte Mrs. Jensen. Und Mr. Jensen pflichtet ihr bei: „Wir Amerikaner müssen umdenken, müssen endlich wahrnehmen, dass Energie etwas Kostbares ist, das man nicht verschwenden darf. Ohne Auto läuft bei uns gar nichts, aber es müssen doch nicht die 8-zylindrigen, tonnenschweren Benzinfresser sein, die hier alle Welt fährt.“ Der SMART-Faktor zeigt Wirkung, Familie Jensen rüstet ab: Er gibt seinen SUV für einen schmucken 4-Zylinder Chevy dran und sie bekommt einen kleinen Japaner. „Leider ist es kein Diesel, denn diese Technik hat sich im Pkw hierzulande noch nicht durchgesetzt“, merkt Mrs. Jensen etwas frustriert an. GLH

Aus Januar 2006:

 

Aus FPX 01/2006: Dritte EU-Führerscheinrichtlinie erneut vertagt

Wie an dieser Stelle schon vor Monaten berichtet, stehen die Chancen für eine baldige Verabschiedung der Dritten EU-Führerscheinrichtlinie derzeit nicht gut. Bei seinem Debüt in Brüssel wandte sich Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee deutlich gegen den von der Kommission geforderten Zwangsumtausch von Alt-Führerscheinen. 50 Millionen Führerscheininhaber in Deutschland, so der Minister, hätten ein Recht darauf, dass wir die offenen Punkte noch klären, bevor wir der Richtlinie zustimmen. Österreich, Frankreich, Dänemark und Polen schlossen sich der deutschen Meinung an, wonach einer ohnedies sehr EU-kritischen Öffentlichkeit dergleichen administrative Umständlichkeiten und Kosten nicht zuzumuten seien. Ausgerechnet die Briten, sonst eher Bremser gemeinsamer Regelungen, führten ins Feld, durch das Veto entstehe ein Aufschub, der das Problem der in Europa derzeit gültigen 110 verschiedenen Führerscheine mit allen betrügerischen Begleiterscheinungen verschlimmere. Auch sei zu befürchten, dass die Vertagung zu einer regelrechten Zerpflückung der Richtlinie führe. Aber wäre ein bisschen Pflücken so schlecht? Sicher nicht, wenn man an die auf dem Boden der Motorradlobby kräftig ins Kraut geschossenen Vorstellungen über das Einsteiger-Motorrad denkt. ARCD/GLH

 

Aus FPX 01/2006: Autos für Frauen

Warum bekommt dieses Thema immer höhere Aktualität? Nun, weil für Frauen beim Autokauf häufig andere Präferenzen gelten als für Männer. Doch in den Designstudios der Automobilfabriken wirken vorwiegend Männer. Ihr Design entbehrt, zumal im Interieur, oft jener femininen Intuition, die funktional Praktisches mit harmonischer Ästhetik verbunden wissen will. Das weibliche Interesse am Auto ist längst über Farbe und Sitzbezüge hinausgewachsen. Marktforscher sollten das wissen. Aber offenbar sind die speziellen Wünsche der Frauen noch nicht definiert und deshalb auch noch nicht bis zu den Ingenieuren und Designern durchgedrungen. Das jüngst vom Internet-Gebrauchtwagenmarkt mobile.de unter Beteiligung namhafter Wissenschaftler veranstaltete Symposium "Auto und Frauen: Trends und Visionen" erbrachte als Fazit, dass die neue Generation mobiler Frauen einen grundsätzlichen Wandel im Denken der Autoindustrie erfordert. Das sollte möglichst bald passieren, denn Schätzungen wollen wissen, dass binnen zwei Jahrzehnten der Anteil der Frauen als Fahrzeughalter von heute knapp 30 auf 50 Prozent steigt. Auch heute schon sprechen die Frauen bei der Anschaffung der Familienkutsche ein gewichtiges Wort mit. „Frauen denken und leben anders als Männer, deshalb erleben sie auch im Auto so manches anders", sagt Prof. Doris Kortus-Schultes, Leiterin des Kompetenzzentrums Frau und Auto der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach. Weil Frauen häufiger einkaufen und sich mehr um die Kinder und Großeltern kümmern, interessiert sie zum Beispiel besonders die Gestaltung des Kofferraums und die Verstellbarkeit der Sitze. Auch die von einem Autotyp ausgehende Anmutung in punkto Sicherheit ist für Frauen ein gewichtiger Aspekt. Elektronischer Schnickschnack hingegen ist ihnen weit weniger wichtig als sicherer Stauraum für Wasserkisten und Einkaufstüten. GLH

 

Aus FPX 01/2006: EU-Kommission für intelligente Scheinwerfer

Die Brüsseler Industriepolitiker sprachen sich jüngst für die europaweite Zulassung von adaptiven Frontlicht-Systemen für Automobile aus. Die intelligenten Scheinwerfer passen die Lichtverteilung den jeweiligen Straßen- und Verkehrsverhältnissen an, verbessern die Fahrbahnausleuchtung und verringern die Blendwirkung. Für adaptive Scheinwerfer ist bislang eine Ausnahmegenehmigung erforderlich. Doch künftig soll laut Kommission die Typgenehmigung automatisch erteilt werden. Die neue Technik bringt Autofahrern mehr Komfort und Sicherheit. Leistungsfähige Sensoren sorgen dafür, dass die Gestalt des Lichtbündels sich automatisch verändert, je nachdem, ob das Fahrzeug im Stadtbereich, auf der Landstraße oder auf der Autobahn fährt. Zu den adaptiven Scheinwerfersystemen zählen auch das so genannte Kurvenlicht sowie Scheinwerfer, die sich an ungünstige Wetterverhältnisse anpassen. ARCD/GLH