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Kurznachrichten

Archiv 2008

Aus Dezember 2008:

Aus FPX 12/2008: Warum ist Diesel viel teurer als Benzin?
Dieses Foto entstand am 5. November 2008 im Südwesten Floridas.


Benzin- und Dieselpreise in den USA

Nur wenige Monate zuvor kostete dort die Gallone Normalbenzin (Regular) noch über 4 Dollar. Am 16. November konnte man an derselben Pumpe schon für $ 1,99 tanken. Doch der Unterschied zum Dieselpreis blieb etwa gleich. Das ärgert die noch immer seltenen Amerikaner, die einen Diesel-Pkw fahren. Auf ihre Frage, warum Diesel so viel teurer ist als Benzin, bekommen sie meist keine befriedigende Antwort. Indes, in Europa, namentlich in Deutschland, kann man von so billigem Kraftstoff nur träumen. Denn bei einem Preis von 2 Dollar pro Gallone kommt nach dem momentanen Wechselkurs ein Literpreis von sage und schreibe 0,43 € heraus. Wie es zu diesem rapiden Preisverfall kam? Nun, zum einen ist die Nachfrage seit Beginn der Wirtschaftskrise dramatisch zurückgegangen - die Amerikaner fahren weit weniger. Zum Zweiten scheint die globale Finanzkrise die Ölspekulanten abgeschreckt zu haben. Drittens verzichtet der Staat (bei übrigens minimaler Kraftstoffsteuer) seit jeher bei Kraftstoff auf jegliche Art von Verkaufssteuer oder Umsatzsteuer. Viertens, und das ist bemerkenswert, in den USA scheint der Markt den Ölmultis binnen kurzem weit mehr das Fürchten gelehrt zu haben als in Europa. Wirtschaftskrise in den USA? Ja, gewiss! Auch Marktkrise? Nein und noch mal nein! GLH

Aus FPX 12/2008: Schweiz: Laienausbildung bleibt
Zu Anfang dieses Jahres trat im Nachbarland Schweiz eine neue Fahrlehrerverordnung (FV) in Kraft. Auf den 11 Seiten des Verordnungswerks findet man manches, was so oder ähnlich auch im deutschen Fahrlehrergesetz und den darauf beruhenden Verordnungen steht. So unterliegen die Fahrlehrer der Überwachung hinsichtlich des praktischen und theoretischen Unterrichts „durch regelmäßige Inspektionen“ (Art. 24). Des Weiteren müssen die eidgenössischen Kolleginnen und Kollegen alle fünf Jahre an einer mindestens fünftägigen Weiterbildung teilnehmen (Art. 22). Die tägliche Höchstdauer des praktischen Fahrunterrichts ist auf durchschnittlich neun Stunden begrenzt (Art.14). Für die Kontrollierbarkeit der Einhaltung dieser Bestimmung müssen Nachweise geführt werden (Art. 15). Wer als Fahrlehrer bei der Ausbildung mit 0,1 oder mehr Blutalkoholgehalt angetroffen wird, riskiert die der deutschen Fahrlehrerlaubnis entsprechende Fahrlehrerbewilligung (Art. 17). In einem umfangreichen Anhang zur Verordnung ist u.a. auch die Ausbildung zum Fahrlehrer geregelt, die - jedenfalls dem Wortlaut nach - ziemlich anspruchsvoll zu sein scheint. Insgesamt gesehen scheinen die gesetzlichen Pflichten der Schweizer Kolleginnen und Kollegen nicht geringer zu sein als die der deutschen. Die ansonsten hohe Regelungsdichte weist jedoch ein bedauerliches Leck auf. Denn Fahrausbildung durch Laien ist in der Schweiz nach wie vor statthaft. Der etwas schwammige Artikel 3 der Verordnung verlangt die Fahrlehrerbewilligung nämlich nur, wenn eine Person mehr als eine/n Fahrschüler/in pro Jahr ausbilden will. Im Absatz 2 dieses Artikels wird - recht widersprüchlich - auf die Fahrlehrerbewilligung überhaupt verzichtet, wenn Personen ausgebildet werden, „zu denen eine nähere Beziehung besteht“. Dieser Passus ist unschweizerisch unpräzise und birgt sicher Freiraum für großzügige Auslegung. GLH

Aus November 2008:

Aus FPX 11/2008: US-Presse feiert den neuen Golf
„In Deutschland fährt man keine hundert Meter weit, ohne einen zu sehen. Sie sind einfach überall - vom verbeulten Veteranen der ersten Generation bis hin zu den blitzblanken Modellen der fünften Generation.“ So beginnt eine dem neuen Golf 6 dargebrachte Laudatio des amerikanischen Fachmagazins AUTOWEEK. Weiter heißt es da: „Der Golf konnte sich in den letzten zehn Jahren als ein qualitativ hochwertiges Auto etablieren, und das neue Modell wird diesen Erfolg fortsetzen. Das Interieur, obwohl nicht gerade fantasievoll, besticht durch solide, anschmiegsame Materialien und hochwertige Armaturen. Beides zusammen vermittelt das Gefühl, in einem höherklassigen Auto zu sitzen.“ Auch für guten Sitzkomfort sei gesorgt, und die Liste der gegen Aufgeld zu erwerbenden Extras lasse wenig zu wünschen übrig. Der neue Golf besitze alle Qualitäten, um auf der 1974 weltweit eingeschlagenen Siegerbahn von inzwischen 26 Millionen verkauften Exemplaren zu bleiben. Der wirkliche Durchbruch jedoch zeige sich im Verbrauch. Zuverlässigen Quellen zufolge werde der erst im nächsten Jahr in den US-Verkauf gelangende Golf 6 mehr als 50 Meilen pro Gallone schaffen (ca. 4,7 l/100 km). Die Lobeshymne endet mit dem Satz: „Dieser Golf verkörpert einzigartige Fahrzeugkultur. Keine anderes Auto dieser Klasse kann ähnlich günstige Werte hinsichtlich Unterdrückung von Geräuschen und Vibration aufweisen.“ GLH

Aus FPX 11/2008: Mehr schwere Unfälle durch Ampelabschaltungen bei Nacht
Nächtliche Ampelabschaltungen liegen im Trend. Fachleute schätzen, dass rund die Hälfte der Lichtsignalanlagen in den Kommunen während der Nacht ruht. Allein in Berlin geht zu später Stunde an mehr als 700 Ampeln das Licht aus. Laut einer Untersuchung des Instituts für Verkehrsplanung und Straßenverkehr der TU Dresden spricht vieles gegen das Abschalten der Ampeln. Danach verdoppelt sich bei Dunkelheit das Unfallrisiko vor allem durch Missachtung der Vorfahrt. Auch die Schwere der Unfälle nimmt stark zu. Die Befürworter in den Kommunen halten dagegen, die Ampelabschaltungen verkürzten die Fahrtzeiten, verringerten die Lärmbelästigung und den Treibstoffverbrauch. Die Untersuchung bestätigte diese Vorteile nicht oder bezeichnet sie als marginal. ARCD/GLH

Aus FPX 11/2008: Warnung vor Billigreifen
Billigreifen aus China für den Sommer- und Winterbetrieb können gefährlich sein. Davor warnt der Auto- und Reiseclub Deutschland (ARCD). Unlängst hatte die Zeitschrift AUTO Straßenverkehr in einem Reifentest vier Sommerreifen aus China mit einem deutschen Fabrikat verglichen – mit alarmierenden Ergebnissen. Ein Reifen, der für 240 km/h zugelassen ist, platzte schon bei Tempo 230. Im härteren Schnelllauftest nach VW-Standard versagten alle vier Fabrikate aus China. Sie lösten sich auf oder barsten. Auch die Bremswerte brachten dramatisch schlechtere Ergebnisse. Bei einer Vollbremsung aus Tempo 100 bei Nässe stoppte das Versuchsfahrzeug VW Golf mit dem deutschen Fabrikat nach rund 65 Metern, ein Fabrikat aus China kam erst nach 91 Metern zum Stehen. Beim aktuellen Winterreifentest der Stiftung Warentest gab es für Billigreifen gleich sechs Mal die Note „mangelhaft“. Beim Abbremsen von Tempo 80 auf 20 km/h war der Bremsweg beim schlechtesten Modell 20 Meter länger als beim besten. Solche Unterschiede können bei einer Vollbremsung über glimpflichen Ausgang und schweren Crash entscheiden, schreibt die Zeitschrift ‚test’ in ihrer Oktober-Ausgabe. Die Warentester empfehlen daher, einen großen Bogen um Schnäppchenreifen aus Fernost zu machen. ARCD/GLH

 

Aus Oktober 2008:

Aus FPX 10/2008: Hurra, der Ford Fiesta kommt nach Amerika
Mit solchem Überschwang einen europäischen Kleinwagen zu begrüßen, wäre den Redakteuren des US Magazins Autoweek noch vor einigen Jahren eher schwer gefallen. Jetzt aber, im Zeichen hoher Benzinpreise, klingt neben dem Enthusiasmus fast ein Vorwurf mit: „Zu lange haben uns die Europäer den Ford Fiesta vorenthalten, aber endlich kommt dieses Juwel nach Amerika – hurra!“ Was dann folgt, ist nur noch Lob. Der Fiesta sei in Europa seit Jahren ein Bestseller, schon das Modell von 1995 habe mit an der Spitze der Renaissance besonders handlicher Automobile der Marke Ford gestanden. Der neue, für den globalen Markt entwickelte Fiesta, stehe ganz in dieser Tradition. Und Autoweek schließt seine überschwängliche Fanfare so: „Der Fiesta ist ein guter Kleinwagen, wie er weltweit besser nur schwer zu finden ist. In Europa sind diese 'Superminis' so populär wie die Pickups in den USA.“ Und weiter: „Das preislich erschwingliche Auto ist dort für viele Familien das Beförderungsmittel schlechthin.“ GLH

Aus FPX 10/2008: Die FPX geht auf die 40 zu und braucht Sie, liebe Leser!
Mit der Ausgabe vom August dieses Jahres, der 456., hatte die FahrSchulPraxis das 38. Jahr ihres Erscheinens vollendet. Das bedeutet, die FPX wird mit der 480. Ausgabe vom August 2010 ihren 40. Geburtstag feiern. Freilich, bis dahin sind noch 22 Ausgaben zu stemmen, also beizeiten zu schreiben, akkurat zu redigieren, pünktlich zu setzen, umzubrechen, drucken und zu versenden. Sie, liebe Leser, sollten uns dabei helfen! Wir, die Redaktionsmitglieder, freuen uns auf jeden Beitrag, auch so kritische Leserbriefe wie in der letzten Ausgabe einer stand. Also los! Schreiben Sie uns, was Sie drückt, und schreiben Sie uns auch, wenn Sie eine gute Idee haben, die den Kolleginnen und Kollegen im beruflichen Alltag nützen könnte. Kommen Sie ohne Scheu mit fachlichen und rechtlichen Fragen auf uns zu - manchmal genügen einige kurze Sätze einer E-Mail, um ein für viele Mitglieder interessantes Thema anzustoßen. Noch einmal: Die FPX geht auf die 40 zu und braucht Sie, liebe Leser! Nicht weil sie auszubrennen droht, sondern weil das süddeutsche Fahrlehrermagazin in Anbetracht des „drohenden“ Schwabenalters noch lesernäher, inhaltlich noch attraktiver und somit noch „gescheiter“ werden möchte. GLH

Aus FPX 10/2008: Brüssel: Grenzüberschreitende Ahndung schwerer Verkehrsverstöße
Der Verkehrsausschuss des Europäischen Parlaments hat sich jüngst mehrheitlich dafür ausgesprochen, den Datenaustausch zwischen den nationalen Behörden zu intensivieren, damit besonders gefährliche Verkehrsverstöße wie Fahren unter Alkohol, Rasen, rote Ampel etc. grenzüberschreitend geahndet werden können. Hierzu liegt ein Richtlinienvorschlag der EU-Kommission vor, der nach Auffassung der Parlamentarier – ungeachtet abweichender Tatbestands- und Ahndungsnormen – ein unverzichtbarer Schritt zur Erhöhung der Verkehrssicherheit in Europa ist. Der Richtlinienentwurf enthält auch Regelungen über die Erleichterung des elektronischen Datenverkehrs zwischen den Straßenverkehrsbehörden der EU-Staaten. Wer die Prozedur kennt, weiß, dass in das Ahndungsmonopol der Mitgliedstaaten eingreifende Richtlinien mit vielen nationalen Widerständen zu kämpfen haben. Deshalb kann man den Parlamentariern des Verkehrsausschusses nur wünschen, bald auch im Plenum eine solide Mehrheit für ihr Vorhaben zu finden. GLH

 

Aus September 2008:

Aus FPX 09/2008: Wirkt das Alkoholverbot für Fahranfänger?
Bekanntlich droht Fahranfängern seit 1. August 2007, auch wenn sie nur geringfügig alkoholisiert hinterm Lenkrad sitzen, ziemliches Ungemach: ein Bußgeld von mindestens 125 €, zwei Punkte in der Flensburger Verkehrssünderkartei, Verlängerung der Probezeit von zwei auf vier Jahre und der Zwangsbesuch eines Aufbauseminars. Nach dem 21. Geburtstag gilt – sofern die Probezeit abgelaufen ist – der allgemeine Alkoholgrenzwert von 0,5 Promille. Noch liegen keine aussagekräftigen statistischen Werte über die Wirkung des Alkoholverbots vor. Eine sich auf das ganze Jahr 2007 beziehende Zahl (also nicht nur auf die fünf Monate seit Inkrafttreten des Gesetzes) lässt einen Hoffnungsschimmer erkennen: Immerhin ist die Anzahl der von den 18- bis 24-Jährigen verursachten alkoholbedingten Verkehrsunfälle gegenüber 2006 um 2,9 Prozent zurückgegangen. GLH

Aus FPX 09/2008: ETSC: Verkehrssicherheit für Ältere verbessern
Ältere Menschen leben im Straßenverkehr gefährlich. Ihr Risiko, bei einem Verkehrsunfall ums Leben zu kommen, ist in den Ländern der Europäischen Union durchschnittlich um 16 Prozent höher als für jüngere Bevölkerungsgruppen. Der Europäische Verkehrssicherheitsrat (ETSC) fordert die Verkehrsbehörden in der EU auf, sich dieses Problems dringend anzunehmen. Anderenfalls könnte aufgrund der demographischen Entwicklung 2050 schon jeder dritte Verkehrstote in der Staatengemeinschaft über 65 Jahre alt sein. Neben einer altersgerechteren Gestaltung alternativer Verkehrsmittel sei die Infrastruktur der Straßen auf ältere Verkehrsteilnehmer auszulegen, um ihnen die Orientierung zu erleichtern und ausreichend Zeit zu lassen, sich in der jeweiligen Verkehrssituation zurechtzufinden. Besonderes Augenmerk müsse dabei der Gruppe der Fußgänger und Radfahrer über 65 gelten. Laut einer europäischen Erhebung aus dem Jahr 2005 waren 55 Prozent der Verkehrstoten in dieser Altersgruppe zu Fuß oder per Fahrrad unterwegs. 14 Prozent kamen als Beifahrer ums Leben, nur 26 Prozent saßen selbst hinter dem Lenkrad. Hingegen hat bereits im Jahr 2001 ein OECD-Bericht mit dem alten Vorurteil aufgeräumt, dass über 65 Jahre alte Autofahrer ein höheres Verkehrsrisiko darstellten. Objektive Schwächen, wie schlechtere Tiefen- und Kontrastsicht, langsamere Adaptierung bei komplexen Verkehrssituationen, so die OECD-Studie, kompensieren sie durch mehr Vor- und Umsicht, und sie meiden weitestgehend gefährliche Situationen. Sie fahren außerdem selten nachts, weniger auf Autobahnen, in stauanfälligen Stadtgebieten oder bei Schlechtwetter. Dass sie pro gefahrene Kilometer statistisch in mehr Unfälle verwickelt seien, habe weniger mit dem Alter als mit der weit geringeren Jahresfahrleistung zu tun. ARCD/GLH

Aus FPX 09/2008: Sind Leitplanken aus Beton gefährlicher als Stahl?
Immer häufiger werden auf deutschen Autobahnen Leitplanken aus Beton statt aus Stahl aufgestellt. Experten warnen indes vor den Wällen aus künstlichem Stein am Fahrbahnrand. Beim Aufprall eines Pkw auf solche Leitplanken könnten die Folgen schwerwiegender als bei Stahlbegrenzungen sein. Die „Augsburger Allgemeine“ zitiert aus einem ihr vorliegenden Aktenvermerk der Gewerkschaft der Polizei, dass „Unfallfahrzeuge wie Pingpong-Bälle zwischen den Betonleitplanken hin und her geworfen“ werden. Diese Bedenken teilt Professor Henning Wallentowitz, Leiter des Instituts für Kraftfahrtwesen der Rheinisch Westfälischen Technischen Hochschule in Aachen: „Erste Versuche zeigen, dass der Fahrer 50 Prozent mehr Belastung bekommt, wenn er gegen die Betonwand fährt“, sagte er dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) in einem Gespräch. „Prallt das Auto gegen starren und unverformbaren Beton, dann nimmt dieser überhaupt keine Energie auf. Alles geht ins Auto und zerstört den Innenraum”. Hingegen sei Stahl verformbar und könne daher beim Crash die Energie des Autos teilweise aufnehmen. Das Risiko, bei einem solchen Unfall zu sterben, sei dreimal größer als bei der Kollision mit einer Stahlleitplanke. Die Gewerkschaft der Polizei warnt in einem Vermerk zudem davor, dass die Bergung von Verletzten durch Betonwände deutlich erschwert wird, weil sie wegen ihrer Regelhöhe von 1,15 Metern nur mit erheblichem Einsatz zu überwinden sind. Befürworter von Betonleitplanken verweisen hingegen darauf, dass diese Barrieren nicht von schweren Lkw durchbrochen werden können. Das Material helfe Kosten sparen, weil es nicht gewartet und nach einem Unfall nicht erneuert werden muss. ARCD/GLH

 

Aus August 2008:

Aus FPX 08/2008: Volvo will Trucker besser schützen
Raub und Diebstahl von Lkw und deren Ladungen verursachen in den Ländern der EU jedes Jahr mehrere Milliarden Euro Verluste und sind überdies eine große Bedrohung für die Fahrer. Volvo Trucks und Securitas, ein international tätiger Sicherheitsdienstleister, führen ein neues Sicherheitssystem ein, um das Risiko von Überfällen, Entführungen und anderen Bedrohungen zu mindern. Mehrere aktuelle Studien belegen, dass die Straßen Europas für Lkw-Fahrer und die von ihnen transportierten Waren gefährlich sind. Jährlich werden etwa 200.000 gewerbliche Fahrzeuge im Wert von mehr als 8,2 Milliarden Euro gestohlen. Das ist das Ergebnis einer 2007 im Auftrag des Europäischen Parlaments erstellten Studie. Zur selben Zeit hat eine Studie der IRU (International Road Transport Union) ergeben, dass jeder sechste Lkw-Fahrer während der letzten fünf Jahre Opfer eines Überfalls geworden ist. Mehr als ein Drittel der Fahrer wurden mehrmals überfallen. Bei ca. 60% dieser Überfälle ging es um das Fahrzeug oder die Ladung, während in 40% der Fälle die Fahrer oder deren persönliches Eigentum das Ziel waren. Gut 40% der Überfälle fanden auf Lkw-Parkplätzen statt. Volvo Trucks und Securitas sind ein Joint Venture eingegangen, um die Arbeit der Berufskraftfahrer sicherer zu machen und die Ladungen vor Diebstahl zu schützen. Das gemeinsam angebotene Sicherheitskonzept basiert auf Dynafleet, dem bereits bestehenden Transportinformationssystem von Volvo. Volvo Trucks steht hinter der technologischen Entwicklung, während Securitas den eigentlichen Betrieb des Systems übernimmt, das im Frühjahr 2009 auf den Markt kommen wird. In Notsituationen kann der Fahrer einen Alarmknopf im Inneren des Fahrerhauses betätigen. Ein Signal wird an die Notrufzentrale von Securitas übermittelt, die daraufhin das Transportunternehmen oder eine örtliche Polizeibehörde informiert. Die Fahrer können auch per Mobiltelefon unmittelbar Kontakt zur Notrufzentrale aufnehmen. VOLVO/GLH

Aus FPX 08/2008: Durchbruch für den Gigaliner?
Das Studienbüro „Transport & Mobility Leuven“ hat im Auftrag der europäischen Kommission alle Argumente für und wider eine EU-weite Zulassung von überlangen Lkw-Sattelzügen mit bis zu 60 t Gesamtgewicht und 25,25 m Länge zusammengetragen und geprüft. Das am 10. Juli vorgelegte Gutachten soll den zuständigen Kommissionsbeamten als Entscheidungshilfe dienen. Die Autoren heben darin hervor, der Gütertransport würde billiger, die CO2-Emissionen gingen leicht zurück und die Verkehrssicherheit würde sich statistisch verbessern, weil weniger Lkw unterwegs wären. Im Einzelfall jedoch sei ein Megatruck seiner größeren Masse wegen gefährlicher als ein herkömmlicher Lkw. Nachteilig würden sich die Megatrucks außerdem auf die Straßeninfrastruktur auswirken, vor allem auf Straßenbelag und Brücken. Allein in Deutschland könnte die Verstärkung der Brücken Mehrkosten von 4 bis 8 Mrd. Euro verursachen, räumen die Autoren der Studie ein. Das Frachtvolumen von Bahn und Binnenschifffahrt würde durch den Einsatz von Gigalinern leicht geschmälert. Trotz dieser offensichtlichen Nachteile fällt die Kosten/Nutzen-Analyse von TMLeuven zugunsten der Einführung von Gigalinern aus. Der Auto- und Reiseclub Deutschland (ARCD) wendet sich in seiner jüngsten Pressemitteilung vehement gegen die Ungetüme, denn, so der Club, die Studie sei geschönt und enthalte zu viele Wenn und Aber. ARCD/GLH

Aus FPX 08/2008:
2007: erstmals unter 5000 Verkehrstote
Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) kamen im Jahr 2007 in Deutschland insgesamt 4949 Menschen bei Straßenverkehrsunfällen ums Leben. Damit hat sich die positive Entwicklung der letzten Jahre bei den Getöteten mit einer Abnahme um 2,8% oder 142 Personen gegenüber dem Vorjahr fortgesetzt. Seit Einführung der Statistik im Jahre 1953 wurden noch nie so wenige Verkehrstote auf deutschen Straßen gezählt. Trotz dieser erfreulichen Bilanz wird Deutschland das Ziel der Europäischen Union, die Zahl der Verkehrstoten bis 2010 zu halbieren, voraussichtlich nicht erreichen. Seit 2001, dem Bezugsjahr für die EU-Vorgabe, ist in Deutschland die Zahl der bei Verkehrsunfällen Getöteten um 29% gesunken. Hingegen scheinen Frankreich (43%), Luxemburg (42%) und Portugal (38%) als einzige Länder der EU das Soll zu erfüllen. Immer vorausgesetzt, der Trend der letzten Jahre hält ungebrochen an. In der Gesamtbilanz liegen nur zwölf der 27 EU-Länder über dem durchschnittlichen Rückgang von 20%. In einigen mittel- und osteuropäischen Ländern wie Rumänien, Slowenien, der Slowakei und Polen hingegen hat sich der Trend aufgrund des rasant wachsenden Verkehrsaufkommens umgekehrt, die Anzahl der Straßenverkehrsopfer ist gegenüber 2001 angestiegen. An der Spitze steht Rumänien mit rund 13% mehr Verkehrstoten. In Europa liegt die Todesrate im Straßenverkehr heute bei 87 Personen pro eine Million Einwohner gegenüber 79 in Australien und 142 in den USA. GLH

 

Aus Juli 2008:

Aus FPX 07/2008: Frankreich: „Nachprüfung“ für Fahranfänger geplant
Wie der Auto- und Reiseclub Deutschland (ARCD) unlängst meldete, diskutieren französische Behörden und Fahrschulen derzeit über eine weitreichende Reform der Fahrausbildung und der Führerscheinprüfung. Anlass sind die gleichbleibend niedrigen Erfolgsraten (nur 50 Prozent bestehen die Prüfung auf Anhieb) und damit verbundene Wartezeiten von bis zu sechs Monaten bis zum nächsten Prüfungsantritt. Wegen der hohen Kosten für Ausbildung und Prüfung soll das Fahren ohne Fahrerlaubnis in Frankreich in den letzten Jahren stark zugenommen haben. Die französische Regierung will deshalb die Straßenverkehrsordnung als verpflichtende Materie in den allgemeinen Lehrplan der höheren Schulklassen aufnehmen und die Prüfungsinhalte verbessern. Um zugleich die Verkehrssicherheit von Fahranfängern zu erhöhen, soll der Zugang zum Führerschein progressiv gestaltet und eine „Nachprüfung“ eingeführt werden. Im ersten Jahr nach Erhalt der begehrten - aber vorläufigen - Fahrerlaubnis sollen die Fahranfänger in einer erneuten Praxisprüfung ihre Fahrkünste unter Beweis stellen. Bei erkennbaren Mängeln müsste der Kandidat obligatorisch Nachhilfe-Fahrstunden belegen, um seine Fahrerlaubnis behalten zu können. ARCD/GLH

Aus FPX 07/2008: BGH zu Kfz-Reparaturkosten: unbilliges Abkassieren läuft nicht
Ein Unfallgeschädigter kann die vom Sachverständigen geschätzten Reparaturkosten bis zur Höhe des Wiederbeschaffungswertes abrechnen. Voraussetzung ist allerdings, dass er das Fahrzeug mindestens sechs Monate weiter nutzt. Dies geht aus einem jetzt veröffentlichten Revisionsurteil des Bundesgerichtshofs (BGH) vom 29. April 2008 (VI ZR 220/07) hervor. Im vorliegenden Fall erlitt ein Verkehrsteilnehmer bei einem Unfall laut Sachverständigen-Gutachten am Fahrzeug einen Schaden von 1.916 Euro, die nachfolgende Reparatur war aber kostengünstiger. Der Eigentümer verkaufte das Fahrzeug 22 Tage nach Abschluss der Reparatur. Die gegnerische Versicherung zahlte 1.300 Euro aus, die sich aus dem Wiederbeschaffungswert von 3.800 Euro unter Abzug des erzielten Restwerts von 2.500 Euro errechneten. Mit einer Klage verlangte der Autofahrer vom Unfallgegner die vom Sachverständigen geschätzten (fiktiven) Reparaturkosten abzüglich der von der Versicherung bereits bezahlten 1.300 Euro, also rund 616 Euro zuzüglich Zinsen und vorgerichtlicher Anwaltskosten. Das Amtsgericht sprach ihm lediglich Anwaltskosten in Höhe von 254 Euro zu. Die weitergehenden Ansprüche verwarfen sowohl das Landgericht im Berufungs- und der Bundesgerichtshof im Revisionsverfahren. Der Kläger habe bei der Weiterveräußerung nach 22 Tagen den Restwert realisiert und das Fahrzeug nicht mindestens sechs Monate weiter genutzt. Er müsse sich den Erlös bei der Schadensberechnung mindernd anrechnen lassen, so der BGH. Das Gericht bezog sich in seiner Entscheidung ausdrücklich auf ein früheres Urteil derselben Kammer (VI ZR 77/06) vom 5.12.2006. ARCD/GLH

Aus FPX 07/2008: USA: Todesurteil für Spritfresser
Die Hochzeit der großen SUV geht angesichts von $ 4,20 pro Gallone (3,8 l) für Normalbenzin auch in den USA ihrem raschen Ende entgegen. GM erwägt, die Produktion des Hummer (20 l/100 km) einzustellen. Und auch für die Zukunft weit weniger durstiger Geländewagen und Pickups sieht es im Lande der unbegrenzten Möglichkeiten nicht mehr rosig aus. GM setzt jetzt auf Spritsparer wie den VOLT, ein Hybridauto von Chevrolet, und wird für diese Kehrtwende von der amerikanischen Fachpresse gelobt. GM, so schreibt Autoweek, habe die Zeichen der Zeit erkannt und bewiesen, dass man den hohen Kraftstoffpreisen ohne Einbußen an Mobilität wirksam begegnen könne. GLH

 

Aus Juni 2008:

Aus FPX 06/2008: Autobahnkirchen im Trend
Nach einer Meldung des ARCD steigen die Besucherzahlen der Autobahnkirchen ständig. Nach Schätzungen – verbindliche Zahlen gibt es nicht – sollen es jährlich über eine Million Besucher sein. Rund 30 Kirchen und Kapellen laden an Deutschlands Autobahnen zum Verweilen oder zum stillen Gebet ein. Es sind evangelische, katholische und auch ökumenische Einrichtungen mit unterschiedlichen Trägern. Aufgesucht werden sie von mehr männlichen als weiblichen und von mehr katholischen als evangelischen Besuchern. Die Mehrheit von ihnen hat mittlere oder höhere Bildungsabschlüsse, wie eine Studie der Katholischen Fachhochschule in Freiburg herausfand. Demnach machen rund 40 Prozent der Besucher gezielt und wiederholt an Autobahnkirchen Halt. Viele Besucher kommen aber auch spontan, wie aus der Untersuchung hervorgeht. Allerdings halten sich laut Studie die meisten nur recht kurz auf und sind nach fünf (30 Prozent) bis zehn Minuten (62 Prozent) wieder weg. Die heutigen Autobahnkirchen hätten nicht so sehr den Charakter von „Missionsstationen". Sie seien aber Teil einer kirchlichen Infrastruktur in Deutschland, die als Dienstleistung so auch erwartet wird, fasst Prof. Ebertz, Leiter der Studie, die Teilergebnisse zusammen. „Wer in den Kirchen am Straßenrand etwas Kraft und Ruhe tankt, steigt meist entspannter und gelassener wieder ins Auto. Dies bringt nicht nur persönliche Erholung, sondern dient auch der Verkehrssicherheit", schreibt die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) auf ihrer Internetseite. Für Autobahnkirchen gelten feste Regeln: Sie sollen nie weiter als einen Kilometer von einer Fernstraße entfernt und direkt an eine Ausfahrt oder eine Raststätte angebunden sein. Geöffnet sind sie täglich von 8 bis 20 Uhr. Die älteste Autobahnkirche Deutschlands steht in Bayern neben der A 8 München-Stuttgart an der Ausfahrt Adelsried bei Augsburg; sie wird in diesem Jahr 50 Jahre alt.  ARCD/GLH

Aus FPX 06/2008: Spieglein, Spieglein ...
Nicht das von der bösen Königin, sondern ein Alleskönner unter den Fahrlehrerspiegeln ist gemeint. Die Konstrukteure einer kleinen Company aus Klarup in Dänemark haben sich viele Gedanken gemacht, wie man dem Fahrlehrer die Beobachtung des rückwärtigen Verkehrs und die gleichzeitige Kontrolle wichtiger Funktionen ohne wesentliche Veränderung der Blickrichtung erleichtern kann. Was dabei herausgekommen ist, kann sich sehen lassen. Der mit Elektronik gespickte Spiegel vereinigt in der “de Luxe“-Ausführung folgende Kontrollfunktionen: Geschwindigkeit, Blinker, Bremslicht, Fernlicht, Kupplungsbetätigung, Zeituhr und Trip-Infos. Ein an der Unterkante angebrachtes Knöpfchen zur Betätigung der Hupe komplettiert das exklusive Gerät. Exklusiv ist auch der Preis von 449 Euro für die beschriebene Ausführung. Die Standardausführung, die allerdings nicht die Kontrollfunktionen für Fernlicht, Bremslicht und Kupplungsbetätigung enthält, ist schon für 399,00 Euro zu haben. Interessiert? Hier die Website: www.ct-udstyr.dk. GLH

 

Aus Mai 2008:

Aus FPX 05/2008: Schwabenstreich
Im sonst friedlichen Deizisau, einer vorwiegend gewerblich geprägten Gemeinde im Landkreis Esslingen, gibt es Ärger. Der Schultes, ein dem Fortschritt zugetaner Mann, ließ von einem am Ort ansässigen, auf dem Gebiet optischer Systeme für die Straßenverkehrssignalisierung international renommierten Hersteller einen Fußgängerüberweg mit sensorgesteuerter Boden-Beleuchtung einrichten. Vor allem bei Dunkelheit und wetterbedingt schlechter Sicht machen die sonst als „Lane-Lights“ bekannten Markierungen das Überqueren der Fahrbahn sicherer. Wenn sich ein Fußgänger nähert, aktivieren Radarsensoren das gelbe Blinklicht und heben den Zebrastreifen in einzigartiger Deutlichkeit hervor. Jetzt verlangt das Landratsamt als untere Verkehrsbehörde den Rückbau der Anlage, weil es sich um eine nicht der Straßenverkehrsordnung (StVO) entsprechende Verkehrseinrichtung handelt. Der Bürgermeister sieht den von der Bevölkerung gelobten Zebrastreifen als ein Pilotprojekt, das besonders an kritischen Stellen liegende Fußgängerüberwege besser als alle bisher bekannten Einrichtungen zu sichern vermag. Er habe, so der Schultes, vielleicht den Fehler gemacht, das Landratsamt nicht zuvor über das Vorhaben in Kenntnis zu setzen und damit möglicherweise Eitelkeiten verletzt. Dessen ungeachtet ist er von der wegweisenden Innovation überzeugt und weigert sich standhaft, dem Rückbauersuchen der Esslinger Paragrafenreiter nachzukommen. Diese Courage verdient ein sattes Bravo, denn das „Lane-Light“ leuchtet ein. Jedenfalls weit mehr als oft schwer wahrnehmbare, nur zum Zweck der „Enthaftung“ der Behörden aufgestellte Verkehrszeichen. GLH


Deizisau hat den ersten Zebrastreifen mit „LaneLight“ in Deutschland. Auch bei Tag warnen die gelben Bodenleuchten den Autofahrer in bisher nie gekannter Intensität. Das einzelne „LaneLight“ verbraucht weniger als 4 Watt und ist auf eine wartungsfreie Lebensdauer von 100.000 Betriebsstunden ausgelegt. Foto: G. L. Heiler

Aus FPX 05/2008: Warnwesten ab Juli auch in Frankreich obligatorisch
Ab 1. Juli 2008 muss auch in Frankreich eine reflektierende Warnweste im Fahrzeug mitgeführt werden. Sie ist bei Pannen vor dem Verlassen des Fahrzeugs anzulegen. Warnwesten gehören mittlerweile in Belgien, Finnland, Italien, Kroatien, Luxemburg, Montenegro, Norwegen (für dort zugelassene Fahrzeuge), Österreich, Portugal, der Slowakei, Spanien, Tschechien und Ungarn zur Standard-Sicherheitsausrüstung des Pkw (in den meisten dieser Länder auch für Motorradfahrer). In Deutschland, Rumänien und Tschechien sind Warnwesten bisher nur in gewerblich eingesetzten Fahrzeugen mitzuführen. Wer mit dem Auto in eines der genannten Länder reist, ist gut beraten, die jeweils benötigte Anzahl von Warnwesten an Bord zu haben. Das gilt vor allem auch beim Anmieten eines Fahrzeugs im Urlaubsland. Das Nichtmitführen von Warnwesten wird mit Geldbußen geahndet, in einigen Ländern sogar mit extrem hohen. ARCD/GLH

 

Aus April 2008:

Aus FPX 04/2008: ARCD-Raststättenwettbewerb: Gäste sind die Tester
Am 15. März hat der noch bis zum 15. Mai 2008 andauernde Raststättenwettbewerb des Auto- und Reiseclub Deutschland (ARCD) „Goldene R 2008/ 2009“ begonnen. Jury des Bewertungsverfahrens, das sich von ähnlichen Wettbewerben wegen der 2-monatigen Dauer abhebt, sind die Gäste. Die Bewertung erfolgt nach Schulnoten, wobei es um die Leistungen in „Küche und Service“, „Sauberkeit und Hygiene“, das „Preis-Leistungsverhältnis“ sowie um die „Ausstattung und Familienfreundlichkeit“ geht. Beim letzten Wettbewerb hatten rund 80 000 Besucher ihre Bewertung abgegeben. Damit hat das „Goldene R“ eine hohe Aussagekraft über die Qualität der Autobahnraststätten. Stimmkarten liegen in den teilnehmenden Raststätten aus und werden dort in versiegelten Stimmboxen gesammelt. Bundesweit beteiligen sich 147 Raststätten, in Baden-Württemberg 30: elf an der A 5, vier an der A 6, drei an der A 7, zwei an der A 8 und zehn an der A 81. Die Liste aller teilnehmenden Raststätten kann unter www.arcd.de eingesehen werden. Als Dankeschön fürs Mitmachen verlost der ARCD unter allen Testern drei Traumreisen. ARCD/GLH

Aus FPX 04/2008: Mercedes: Dieseloffensive in den USA
Die Amerikaner waren bis jetzt keine großen Diesel-Fans. Ihre Abneigung gegenüber dem Selbstzünder im Pkw kommt nicht von ungefähr. Erstens war der Sprit immer sehr billig - und ist es im Verhältnis zu Westeuropa noch immer. Zweitens erfüllten Dieselmotoren oft nicht die für Pkw geltenden strengen Abgasbestimmungen der einzelnen Staaten. Drittens haben einige amerikanische Hersteller den Ruf des Diesel-Pkw kräftig ramponiert, als sie nach der ersten Ölkrise von 1973 ihren Straßenkreuzern eilends schlampig konstruierte Dieselmotoren verpassten, die oft nach wenigen Meilen den Geist aufgaben. Das soll sich nun ändern. Nach Meldungen der amerikanischen Medien wird Mercedes der erste Hersteller in Nordamerika sein, dessen Pkw-Dieselmotoren dank der Harnstoff-Technologie (BLUETEC) die Abgasbestimmungen aller 50 US-Staaten erfüllen. Auf der New York Auto Show, die vom 21. bis 30. März lief, stellte Mercedes den ML 320 CDI, den R 320 CDI und den GL 320 CDI vor, die mit ihren sparsamen, abgasgereinigten 3-Liter V6-Motoren die Anti-Diesel-Mentalität der Amerikaner aufbrechen sollen. Die Chancen dafür stehen angesichts weiter steigender Benzinpreise und der ungebrochenen Liebe der Amerikaner zu großen, bequemen Autos nicht schlecht. GLH

Aus FPX 04/2008: Verkehrstote: Trendumkehr blieb aus
Nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes wurden im Jahr 2007 bei Straßenverkehrsunfällen 4.970 Personen getötet, das waren 121 Menschen oder 2,4% weniger als im Vorjahr. Dies ist die geringste Zahl von Unfalltoten seit Einführung dieser Statistik im Jahre 1953 und nur noch weniger als ein Viertel der Todesopfer, die 1970 zu beklagen waren. Diese positive Entwicklung bei der Zahl der Verkehrstoten ist umso erfreulicher, als aufgrund der Ergebnisse für die erste Jahreshälfte eine Zunahme der Verkehrstoten für 2007 befürchtet wurde. Gegenüber dem Vorjahr ist allerdings die Anzahl der Personen gestiegen, die bei Straßenverkehrsunfällen verletzt wurden, nämlich um 2,2% auf 431.500. Insgesamt musste die Polizei im Jahr 2007 rund 2,3 Millionen Unfälle aufnehmen, 2,7% mehr als im Jahr zuvor. Darunter waren 335.900 Unfälle mit Personenschaden (+ 2,4%) und 115.500 schwerwiegende Unfälle mit Sachschaden (+ 0,1%). Mit 58 Verkehrstoten pro eine Million Einwohner liegt Baden-Württemberg leicht unter dem Bundesdurchschnitt (60). Wesentlich besser schnitten Berlin (16), Hamburg (17) und Bremen (27) ab. Schlusslicht ist Brandenburg mit 103 Verkehrstoten pro eine Million Einwohner. DESTATIS/GLH

Aus März 2008:

Aus FPX 03/2008: Mercedes SL: dynamisches Facelift
Auf dem Genfer Automobilsalon (6. bis 16. März 2008) zeigte Mercedes den neuen SL, der sich vom Vorgänger durch ein gelungenes Facelift unterscheidet. Die Überarbeitung von Motorhaube, Scheinwerfer, Grill und Kotflügel vermittelt hohe Dynamik und Agilität. Der schon vom SLK bekannte Airscarf (Warmluft aus den Nackenstützen) wird nun auch im SL wie ein molliger Kaschmirschal die Nacken der Insassen umschmeicheln, wenn unentwegte Cabriofans trotz Temperaturen nahe Null oben ohne unterwegs sein wollen. GLH


Foto: Presse Daimler

Aus FPX 03/2008: Trendumkehr bei Verkehrstoten
In Deutschland stieg die Zahl der Verkehrstoten von Januar bis Oktober 2007 gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres leicht an. Hingegen war die Zahl der im Straßenverkehr tödlich Verunglückten im November 2007 gegenüber November 2006 stark rückläufig (minus 93 Personen oder 22%); das war seit Einführung der Statistik im Jahre 1953 der November mit der geringsten Zahl von Verkehrstoten. In den ersten elf Monaten des Jahres 2007 verloren 4.557 Menschen bei Straßenverkehrsunfällen ihr Leben, 2,4 Prozent weniger als von Januar bis November 2006. Auch die Zahl der Verletzten sank gegenüber dem Vorjahresmonat um 5,2 Prozent auf 34.600. Die Zahl der Verletzten ist in diesem Zeitraum jedoch gestiegen, und zwar um 3,2 Prozent auf rund 401.000. Auch die Zahl der polizeilich erfassten Straßenverkehrsunfälle hat von Januar bis November 2007 gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 3,1 Prozent auf rund 2,1 Millionen zugenommen. Darunter waren 312.600 Unfälle (+ 3,4%), bei denen mindestens eine Person verletzt oder getötet wurde und 1,8 Millionen Unfälle (+ 3,0%), bei denen ausschließlich Sachschaden entstand. Ob sich auch 2007 die in den letzten Jahren zu beobachtende positive Entwicklung zu bundesweit immer weniger Verkehrstoten fortgesetzt hat, liegt am Ergebnis des Dezembers 2007, das zum Redaktionsschluss noch nicht vorlag. DESTATIS/GLH

Aus FPX 03/2008: Notruf 112: vielen Europäern noch unbekannt
Eine auf Initiative der EU-Kommissison durchgeführte EUROBAROMETER-Umfrage ergab, dass 41 Prozent aller EU-Bürger die 112 im eigenen Land als Notfallnummer verwenden würden, aber nur 22 Prozent wissen spontan, dass die 112 die in der gesamten EU gültige Rufnummer für Rettungsdienste ist. 95 Prozent der Befragten waren der Ansicht, die gemeinsame Notfallnummer sei eine nützliche Sache, zwei Drittel beklagten Informationsmängel. Während die Bürger in den neuen Mitgliedsstaaten in der Regel etwas besser informiert sind, wussten in Deutschland nur 12 Prozent der Befragten die richtige Antwort auf die Frage, welche Nummer in ganz Europa in Notfällen zu wählen ist. Eine nicht ganz harmlose Wissenslücke, wenn man bedenkt, dass in vielen Fällen nur rasche Hilfe Rettung von Leben bedeutet. ARCD/GLH

 

Aus Februar 2008:

Aus FPX 02/2008: Nachlassende Gurtmoral
In einer Pressemitteilung seines Hauses vom Dezember letzten Jahres beklagt der baden-württembergische Innenminister Heribert Rech die sinkende Gurtmoral. Aktueller Anlass war der Unfalltod eines 19-jährigen Fahrers im Alb-Donau-Kreis, der den Sicherheitsgurt nicht angelegt hatte. Kurz zuvor waren auch im Landkreis Karlsruhe und im Zollernalbkreis drei Fahrzeuginsassen, die den Sicherheitsgurt ebenfalls nicht angelegt hatten, ums Leben gekommen. Rech bezeichnete das Nichtanlegen des Gurts als Unvernunft oder Leichtsinn, durch den immer wieder „Familien auseinander gerissen werden oder junge Menschen ihr Leben verlieren“. Der Sicherheitsgurt, so Rech weiter, erhöhe die Überlebenschance bei Verkehrsunfällen um ca. 70 Prozent. Deshalb müssten Fahrer und Mitfahrer die Sicherheitsgurte bei jeder auch noch so kurzen Fahrt unbedingt anlegen. Die Gurtmoral lasse im Übrigen landesweit zu wünschen übrig. Bis zum heutigen Tag (17. Dezember 2007, Red.) seien in diesem Jahr 591 Menschen in Baden-Württemberg bei Verkehrsunfällen tödlich verunglückt. Davon seien 93 nicht angegurtet gewesen. „Etwa jeder sechste Verkehrstote hatte keinen Sicherheitsgurt angelegt, dies nehmen wir nicht hin“, sagte Rech. Die Polizei werde deshalb weiterhin konsequent kontrollieren. „Wir wollen die Autofahrer nicht schikanieren, sondern sie auch vor der eigenen oft lebensgefährlichen Sorglosigkeit schützen“, so der Minister weiter. Er kündigte deshalb auch für 2008 wieder landesweite Gurtkontrollwochen der Polizei an. Bei den drei Schwerpunktkontrollen des Jahres 2007 seien über 29.000 Gurtverstöße geahndet worden. Presse IM BW / GLH

Aus FPX 02/2008: Mercedes rüstet gegen den “Silent Killer”
Ein unlängst vom amerikanischen Fernsehsender CBS in den Abendnachrichten ausgestrahltes Video schockierte die Nation: Eine Frau fuhr mit ihrem Van auf einem stark frequentierten Freeway mehrere Meilen Zickzack und streifte dabei immer wieder andere Fahrzeuge. Als die Polizei sie schließlich stoppte und eine Atemalkoholkontrolle vornahm, war das Ergebnis negativ. Sie gab an, in den letzten Nächten schlecht geschlafen zu haben. Offensichtlich, so der Kommentar, gibt es viele Menschen, die sich unausgeschlafen hinters Steuer setzen. Die National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) schätzt, dass in den USA jährlich etwa 100.000 Straßenverkehrsunfälle auf Schläfrigkeit und Übermüdung zurückzuführen sind, bei denen ca. 1.500 Menschen getötet und 71.000 verletzt werden. Dabei entsteht ein Gesamtschaden in Höhe von 12.5 Milliarden US-Dollar. „Es ist ein Wunder“, heißt es da in einem Bericht weiter, „dass der Blutzoll nicht höher ausfällt, denn nach einer Untersuchung der Farmers Insurance (ein US-Autoversicherer, Red.) haben 10 Prozent der befragten Fahrer zugegeben, schon einmal hinterm Lenkrad eingeschlafen zu sein. Dabei waren Männer dreimal stärker betroffen als Frauen; den höchsten Anteil hatte die Altersgruppe der 55- bis 64-jährigen Fahrer mit 13,7 Prozent. Auch in Deutschland soll unbestätigten Berichten zufolge jeder vierte schwere Unfall durch “Wegsacken” am Steuer verursacht werden. Dem „Silent Killer", so nennt man den durch Einschlafen verursachten Unfall in den Staaten, will Mercedes-Benz jetzt mit einem neuen Assistenzsystem zu Leibe rücken. Die Entwicklungsingenieure gehen das Problem nicht durch Überwachung des Sekundenschlafs (Lidschlussüberwachung) an, so weit soll es erst gar nicht kommen. Das System vergleicht vielmehr laufend Fahrweise und Verkehrssituation. Weichen bestimmte Parameter zu weit voneinander ab, signalisiert dies Müdigkeit und fordert den Fahrer zu einer Pause auf. Wenn man gewöhnlich gut informierten Quellen glauben darf, ist das System der Serienreife bereits sehr nahe. GLH

Aus Januar 2008:

Aus FPX 01/2008: Blut- und Tränen-Pädagogik
Ein schwerer Unfall, Polizei, Rettungsdienst, Blut und Verletzte auf der Fahrbahn. Mit solchen und ähnlichen Videos sollen Fahrschüler geschockt und ihnen ihr hohes Unfallrisiko als Fahranfänger vor Augen geführt werden. Nach jüngsten Meldungen verschiedener Gazetten soll das die Medizin sein, die Newcomer hinterm Steuer endgültig gegen Übermut und andere negative Einflüsse schützt. Auch manche Fahrlehrer scheinen davon überzeugt zu sein. Einer sagt: Danach blödelt dann keiner mehr! Das erinnert an die manchmal nach Unfällen zu beobachtende Gedämpftheit, die aber wenige Kilometer danach schon wieder verflogen ist. Als in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts die tödlichen Verkehrsunfälle in den USA drastisch zunahmen, wollten einfach gestrickte Politiker den Verkehrsunfall mit Horrorbildern an Plakatwänden, in den Kinos und in Zeitungen bannen. Ihre Kampagnen hatten oft den Charakter von Kreuzzügen. Was kam heraus? Offensichtlich nicht viel, denn schon bald verschwanden die aufwendigen Plakate aus dem Straßenbild. Was die Wissenschaft von der Neuauflage der Blut- und Tränen-Pädagogik hält, fasst der Münchener Unfallforscher Prof. Dr. Klaus Langwieder so zusammen: „Solche Filme mögen eine momentane Betroffenheit hervorrufen, nachhaltige Wirkung aber entsteht nicht und konnte deshalb auch nie nachgewiesen werden.“ GLH

Aus FPX 01/2008: USA - Zunahme des Verletzungsrisikos bei älteren Fahrern
Nach einer wissenschaftlichen Veröffentlichung der National Highway Traffic Administration (NHTSA) vom November 2007 ist das Alter des Fahrers eine der bedeutendsten Variablen für das Verletzungsrisiko bei Verkehrsunfällen. Das haben verschiedene amerikanische Untersuchungen, die auf Kilometerleistung basieren, übereinstimmend ergeben. Danach tragen jugendliche Fahrer (Teenager) ein besonders hohes, Fahrer mittleren Alters ein mäßigeres, jedoch ältere Fahrer wieder ein höheres Risiko, bei Verkehrsunfällen verletzt zu werden. Nach übereinstimmenden Ergebnissen der Untersuchungen sind junge Fahrer überdurchschnittlich in Frontalzusammenstöße und Überschlagunfälle mit Verletzungsfolgen involviert, deren Ursache häufig zu hohe Geschwindigkeit ist. Fahrer der mittleren Altersgruppe sind mit einem höheren Prozentsatz als andere in auf Alkoholeinfluss zurückzuführende Unfälle verwickelt. Ältere Fahrer sind hingegen weit öfter als andere beim Abbiegen, vor allem nach links, an Unfällen beteiligt; dabei erleiden sie öfter als andere besonders schwere Verletzungen im Brustraum. GLH

Aus FPX 01/2008: Spanien: Gefängnis für Promillesünder
Aus Spanien wird gemeldet, dass dort Rasern und Promillesündern künftig bis zu fünf Jahre Haft drohen. Das enthält eine unlängst von der Cortes Generales verabschiedete Reform des Strafrechts. Ziel der Novelle ist es, die im europäischen Vergleich überdurchschnittlich hohe Zahl von Verkehrsopfern zu senken. Im vergangenen Jahr starben auf Spaniens Straßen 3015 Menschen. Mit Gefängnis kann nunmehr bestraft werden, wer mit mehr als 200 km/h auf der Autobahn, mit Tempo 110 und mehr in Ortschaften rast oder mit mehr als 1,2 Promille Alkohol im Blut erwischt wird. Hinzu kommen kann ein Führerscheinentzug bis zu zehn Jahren. Entscheidend für die Festlegung des Strafmaßes ist, inwiefern andere Menschen in Gefahr gebracht wurden. Auf spanischen Autobahnen gilt Tempolimit 120 km/h, ab 0,5 Promille greift die neue Strafvorschrift. GLH