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Der Fahrlehrerverband Baden-Württemberg
e.V. hat mit der Aktion "Patenschaft der Besonnenheit" erneut ein
zentrales Thema der Verkehrssicherheit aufgegriffen - die
überproportional hohe Unfallbeteiligung junger Fahrer. Wie
Staatssekretär Stefan Mappus vom Umwelt- und Verkehrsministerium
Baden-Württemberg am Samstag (6. September 2003) in Pforzheim
deutlich gemacht hat, werden bei der Aktion routinierte Autofahrer
in die Bemühungen um mehr Sicherheit für Fahranfänger aktiv
eingebunden. "Die Aktion ist ein Paradebeispiel für das
Zusammenwirken von Staat und gesellschaftlichen Gruppen. Ich habe
deshalb gerne die Schirmherrschaft über die "Patenschaft der
Besonnenheit" des Fahrlehrerverbands Baden-Württemberg übernommen
und hoffe, dass das Zusammenwirken von jungen Fahrern und ihren
Paten zu einem deutlichen Rückgang der Unfallzahlen führt", sagte
der Staatssekretär.
Gesellschaft und Staat tragen - so Mappus - besondere Verantwortung
für junge Fahrer. Fahranfänger zwischen 18 und 24 Jahren seien die
höchst gefährdete Gruppe von Verkehrsteilnehmern überhaupt. Sie
seien einem dreimal höheren Risiko ausgesetzt, tödlich zu
verunglücken, als ältere Kraftfahrer.
Nach Darstellung des Staatssekretärs
wird seit 1986 in Deutschland die Fahrerlaubnis auf Probe erteilt.
Bei Auffälligkeiten innerhalb der 2-jährigen Probezeit bestehe die
Teilnahmepflicht an einem Aufbauseminar zur Nachschulung. Dadurch
werde eine ca. 5-prozentige Reduzierung der Unfallhäufigkeit
erreicht. Dennoch seien weitere Maßnahmen erforderlich: Aktuell
bereite Baden-Württemberg die Teilnahme am Modellversuch zur
sogenannten zweiten Phase der Fahrausbildung vor. Diese sehe für
Inhaber der Fahrerlaubnis auf Probe die Möglichkeit zur Teilnahme an
freiwilligen Fortbildungsseminaren vor. Damit verkürze sich die
Probezeit um ein Jahr. Die Seminare beständen aus einer Kombination
von Unterricht, einer Übungs- und Beobachtungsfahrt sowie
praktischen Sicherheitsübungen. Mappus: "Der Startschuss zur zweiten
Phase wird voraussichtlich Ende des Jahres fallen."
"Die Verbesserung der
Verkehrssicherheit ist eine Aufgabe, die auch zukünftig nicht allein
vom Staat wahrgenommen werden kann", sagte Staatssekretär Mappus.
Erforderlich sei vielmehr das Zusammenwirken mit allen
gesellschaftlich relevanten Gruppen. Der Gedanke der Patenschaft
greife gezielt eines der besonders drängenden Probleme, nämlich die
Sicherheit junger Fahrer auf. Die Idee wende sich neben den
Fahranfängern auch an ältere Führerscheinbesitzer und fordere sie
auf, sich für die jungen Fahrer verantwortlich zu fühlen. Gleich, ob
man sich für eine "personalisierte" oder eine "anonyme" Patenschaft
entscheide - in jedem Fall würden erfahrene Führerscheinbesitzer in
die Bemühungen um die Verbesserung der Sicherheit der Fahranfänger
mit einbezogen. Damit werde ein zentrales Anliegen der
Verkehrssicherheit - die Verantwortung für junge Fahrer - um einen
neuen, gewichtigen Aspekt ergänzt. "Mehr Sicherheit für jungen
Fahrer - das ist aber nur die eine höchst erfreuliche Seite der
Patenschaftsaktion. Auch den Paten selbst wird es gut tun, sich
intensiv mit ihrem eigenen Verhalten als Verkehrsteilnehmer
auseinander zusetzen, über Fragen der Verkehrssicherheit neu
nachzudenken oder die nach langer Fahrpraxis vielleicht nicht mehr
ganz taufrischen Kenntnisse über Verkehrsregeln etwas aufzupolieren.
Dies begrüße ich außerordentlich", erklärte Staatssekretär Mappus.
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