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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 24.04.07

 

Leserbrief zum Artikel
Wenig Fahrstunden,
viele Durchfaller

Im Böblinger Boten und in den Stuttgarter Nachrichten erschien am 15.11.2010 unter der Überschrift „Wenig Fahrstunden, viele Durchfaller“ ein Artikel über die Durchfallquoten bei den Fahrschulen. Wir haben die Redaktionen gebeten, den nachstehenden Leserbrief zu veröffentlichen und die gröbsten Unklarheiten zu bereinigen.

(Den Artikel finden Sie online unter: http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.fahrschule-wenig-fahrstunden-viele-durchfaller.ba3db036-3540-48cc-8d37-2798d87ca9d4.html)

Leserbrief vom 16.11.2010

In der Ausgabe vom 15.4.2010 wurde unter der Überschrift „wenig Fahrstunden, viele Durchfaller“ über die Ausbildungsangebote der Fahrschulen berichtet. In diesem Artikel haben sich einige Fehler eingeschlichen, die der Richtigstellung bedürfen. Außerdem werden einige Behauptungen aufgestellt, die nicht auf Fakten gestützt sind.

1.   Für uns ist nicht nachvollziehbar, woher der ACE Sprecher Rainer Hillgärtner die Erkenntnis bezieht, dass in Hessen die Fahrschüler die meisten Fahrstunden nehmen. Nach unseren Informationen gibt es keine belastbaren Statistiken über die Zahl der Fahrstunden in den einzelnen Bundesländern. Bei der Erfassung der Fahrerlaubnisprüfungen scheint es aber unterschiedliche Verfahren zu geben. Denkbar wäre, dass der TÜV in Hessen nur die Erstprüfungen zur Berechnung der Erfolgsquote heranzieht, die anderen TÜVe aber alle Prüfungen bewerten. Stellt beispielsweise eine Fahrschule in einem Jahr 60 Fahrschüler zur Prüfung vor, von denen 50 die Prüfung auf Anhieb bestehen, ist die Erfolgsquote 83,3 %. Wenn einzelne der zehn Bewerber, die die erste Prüfung nicht bestanden hatten, mehrere Wiederholungsprüfungen bis zum Erfolg benötigen, was oft der Fall ist, erscheinen in der Statistik der Fahrschule unter Umständen 80 Prüfungen. Nach der TÜV Statistik hat sie dann nur noch einen Erfolg von 62,5 %. Das Ergebnis dieser Fahrschule sieht also je nach Erfassung der Prüfungen um rund 21 Prozentpunkte schlechter aus.

2.   Gebhard Heiler hat in einem Artikel für den „WEGWEISER“ der Deutschen Fahrlehrer Akademie nicht behauptet, dass die Prüflinge aufgrund des Überangebotes an Fahrschulen abgezockt werden. Er hat vielmehr geschrieben, dass es skandalös wäre, wenn Fahrschulen und Prüforganisationen bewusst eine höhere Nichtbestehensquote einkalkulieren würden.

3.   Die Nichtbestehensquote bei den Fahrschulen in Baden-Württemberg schwankt in der Klasse BE nach unseren Kenntnissen zwischen zwölf und mehr als 50 Prozent. Grund für diesen gravierenden Unterschied kann teilweise eine schlechtere Ausbildungsqualität sein. Teilweise können die Ergebnisse aber auch auf den Bildungsstand der Fahrschüler zurückgeführt werden. Interessant ist aber, dass die Nichtbestehensquote in den Motorrad- und Lkw-Klassen deutlich geringer ist als in der Klasse B. Dies dürfte ein Indiz für die bei den Bewerbern um diese Klassen höhere Lernbereitschaft und das stärkere persönliche Interesse am Erwerb des Führerscheins sein.

4.   Uns ist kein europäisches Land bekannt, das über ein Qualitätssicherungssystem für Fahrschulen verfügt, in dessen Mittelpunkt die Ausbildungsqualität steht.

5.   Der überwiegende Teil der Fahrlehrer, die im Beruf tätig sind, haben sich die notwendigen Kenntnisse in regelmäßiger Fortbildung angeeignet. Skandalös ist es, dass neu in den Beruf kommende Fahrlehrer aufgrund der unbefriedigenden Zugangsvoraussetzungen und der zu kurzen Ausbildungsdauer nicht von vornherein mit dem notwendigen Wissen ausgestattet sein können.

6.   Durchschnittlich benötigt ein Anfänger heute nicht etwa 25 Fahrstunden. Diese reichen in den kleineren und mittleren Prüforten für die so genannte Grundausbildung. In Stuttgart und in anderen großen Prüforten werden aber deutlich mehr benötigt. Dazu kommen in allen Prüforten noch die vorgeschriebenen zwölf besonderen Ausbildungsfahrten auf Autobahnen, Überlandstrecken und bei Nacht.

Wir würden uns freuen, wenn Sie Ihre Leser über diese Fakten informieren würden.

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