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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 24.04.07

 

Führerschein News

Pressemitteilung
des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V.

aus Anlass der
6
1. ordentlichen Mitgliederversammlung des Fahrlehrerverbandes
Baden-Württemberg e.V.
am 14. Mai 2011,
Pforzheim / Congress Centrum

14. Mai 2011

Fahrschulen leiden unter beträchtlichem Umsatzrückgang

Der allgemeine wirtschaftliche Aufschwung des letzten Jahres hat den baden-württembergischen Fahrschulen nicht geholfen. Im Gegenteil, sie mussten 2010 gegenüber dem Vorjahr einen Umsatzrückgang von 43 Millionen Euro hinnehmen. Besserung ist nicht in Sicht, denn in den nächsten Jahren wird die Zahl der 18-Jährigen kontinuierlich zurückgehen. Die Branche wird deutlich schrumpfen, sofern es den Betrieben nicht gelingt, ihre verkehrspädagogische Expertise und ihre betrieblichen Einrichtungen auch anders als nur für das Kerngeschäft der Fahrschüler-Ausbildung zu nutzen. Verbandsvorsitzender Peter Tschöpe sieht in der Fahrerweiterbildung „vom Motorrad- bis zum Busfahrer“ bedeutendes Potenzial für eine erweiterte Geschäftstätigkeit der Fahrschulen. Tschöpe empfiehlt den Fahrschulinhabern deshalb, sich mit Weitsicht und aktiver Kundenbetreuung vermehrt um Führerscheininhaber zu kümmern. Ein Weiterbildungsangebot, das der Auffrischung des fahrerischen Könnens sowie der umweltschonenden und energiesparenden Fahrweise diene, treffe im Zeichen eines allgemein höheren Sicherheitsbewusstseins und immer teurer werdender Energie auf einen dafür zunehmend aufnahmebereiten Markt.

Fachvortrag: Bessere Fahranfängervorbereitung – aber wie?


Gerhard von Bressensdorf (Bild: W. Kuhnle)

Der Vorsitzende der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V., Gerhard von Bressensdorf, erläuterte der Versammlung die Hintergründe und den aktuellen Diskussionsstand zu einem Forschungsprojekt der Bundesanstalt für Straßenwesen, das der Verbesserung der Fahranfängervorbereitung dienen soll. Von Bressensdorf machte deutlich, dass die Hinführung zu einem rücksichtsvollen und umweltbewussten Verhalten zwar die klassische Aufgabe der professionellen Fahrschulen sei, aber auch Eltern, Schulen und Jugendorganisationen müssten zuvor alle Möglichkeiten positiver Einflussnahme nutzen. Dabei dürfe man von den Schulen nicht zu viel erwarten. Denn die seien dazu weder inhaltlich noch personell in der Lage: Verkehrserziehung sei kein eigenes Unterrichtsfach, sondern werde fächerübergreifend behandelt. Deshalb fühle sich dafür an den meisten Schulen keiner so richtig verantwortlich. Vor allem in der Sekundarstufe führe die Verkehrssicherheit eher ein Schattendasein.

Von Bressensdorf erteilte allen Versuchen, mit dem Projekt „Fahranfängervorbereitung“ eine wie auch immer geartete Neuauflage der Laienausbildung zu initiieren, eine klare Absage. In vielen europäischen Ländern gelte die deutsche Fahrausbildung als vorbildlich. Bei allen Versuchen, die Vorbereitung der Führerscheinnovizen zu verbessern, dürfe man aber die Nachbetreuung der Fahranfänger nicht vergessen. Viele Einsichten könnten erst entstehen, wenn der Fahranfänger über eigene Erfahrungen verfüge. Dies sei auch der Grund für die Erfolge des Begleiteten Fahrens. Dabei könne der Fahranfänger zunächst unter schützender Begleitung erste Erfahrungen sammeln. Am Begleiteten Fahren nehme inzwischen etwa jeder zweite Fahranfänger teil. Dieser Anteil werde sich aus vielerlei Gründen kaum noch steigern lassen. Die Erfolge des Begleiteten Fahrens machten deutlich, dass man die übrigen 50 Prozent der Fahranfänger während der Anfangsphase nicht im Stich lassen dürfe. Von Bressensdorf setzte sich mit Nachdruck für eine obligatorische Nachbetreuung ein.

Änderungen beim Zugang zum Fahrlehrerberuf

Die gesetzlichen Anforderungen an die Ausbildung der Fahrschüler wurden in den letzten beiden Jahrzehnten kontinuierlich erhöht. Die Berufszugangsvoraussetzungen und die Ausbildung der Fahrlehrer haben damit nicht Schritt gehalten, sie sind im Wesentlichen auf dem Stand der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts stehen geblieben. Deshalb fordern die in der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V. vereinigten Landesverbände dringlich die seit Jahren von der Politik versprochene Änderung des Fahrlehrergesetzes ein. Zum einen müssen die Zugangsvoraussetzungen zum Fahrlehrerberuf angehoben werden, zum anderen muss die Ausbildung inhaltlich und zeitlich intensiviert und zugleich inhaltlich entrümpelt werden. Bundesvorsitzender von Bressensdorf und Landesvorsitzender Tschöpe sprachen sich klar gegen dirigistische Regelungen wie z. B. eine Gebührenordnung aus und erteilten jeder Aufweichung der Verantwortlichkeit des Fahrschulinhabers gegenüber den Fahrschulkunden eine klare Absage.

Korntal-Münchingen / Pforzheim, 14. Mai 2011

Redaktion: Maria Reufer; verantwortlich für den Inhalt: Peter Tschöpe, beide Korntal-Münchingen.

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Abstimmungs- und Wahlergebnisse
in Kurzfassung:

  • Jochen Klima wurde erneut - ohne Gegenstimme, mit einer Enthaltung - per Akklamation zum 2. Vorsitzenden des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V. gewählt.

  • Roland Hager, Giengen, wurde ohne Gegenstimme, mit zwei Enthaltungen, zum Rechnungsprüfer gewählt.