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Fahrschulen leiden unter
beträchtlichem Umsatzrückgang
Der allgemeine
wirtschaftliche Aufschwung des letzten Jahres hat den
baden-württembergischen Fahrschulen nicht geholfen. Im Gegenteil,
sie mussten 2010 gegenüber dem Vorjahr einen Umsatzrückgang von 43
Millionen Euro hinnehmen. Besserung ist nicht in Sicht, denn in den
nächsten Jahren wird die Zahl der 18-Jährigen kontinuierlich
zurückgehen. Die Branche wird deutlich schrumpfen, sofern es den
Betrieben nicht gelingt, ihre verkehrspädagogische Expertise und
ihre betrieblichen Einrichtungen auch anders als nur für das
Kerngeschäft der Fahrschüler-Ausbildung zu nutzen.
Verbandsvorsitzender Peter Tschöpe sieht in der Fahrerweiterbildung
„vom Motorrad- bis zum Busfahrer“ bedeutendes Potenzial für eine
erweiterte Geschäftstätigkeit der Fahrschulen. Tschöpe empfiehlt den
Fahrschulinhabern deshalb, sich mit Weitsicht und aktiver
Kundenbetreuung vermehrt um Führerscheininhaber zu kümmern. Ein
Weiterbildungsangebot, das der Auffrischung des fahrerischen Könnens
sowie der umweltschonenden und energiesparenden Fahrweise diene,
treffe im Zeichen eines allgemein höheren Sicherheitsbewusstseins
und immer teurer werdender Energie auf einen dafür zunehmend
aufnahmebereiten Markt.
Fachvortrag:
Bessere Fahranfängervorbereitung – aber wie?

Gerhard von Bressensdorf
(Bild: W. Kuhnle)
Der Vorsitzende der
Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V., Gerhard von
Bressensdorf, erläuterte der Versammlung die Hintergründe und den
aktuellen Diskussionsstand zu einem Forschungsprojekt der
Bundesanstalt für Straßenwesen, das der Verbesserung der
Fahranfängervorbereitung dienen soll. Von Bressensdorf machte
deutlich, dass die Hinführung zu einem rücksichtsvollen und
umweltbewussten Verhalten zwar die klassische Aufgabe der
professionellen Fahrschulen sei, aber auch Eltern, Schulen und
Jugendorganisationen müssten zuvor alle Möglichkeiten positiver
Einflussnahme nutzen. Dabei dürfe man von den Schulen nicht zu viel
erwarten. Denn die seien dazu weder inhaltlich noch personell in der
Lage: Verkehrserziehung sei kein eigenes Unterrichtsfach, sondern
werde fächerübergreifend behandelt. Deshalb fühle sich dafür an den
meisten Schulen keiner so richtig verantwortlich. Vor allem in der
Sekundarstufe führe die Verkehrssicherheit eher ein Schattendasein.
Von Bressensdorf
erteilte allen Versuchen, mit dem Projekt „Fahranfängervorbereitung“
eine wie auch immer geartete Neuauflage der Laienausbildung zu
initiieren, eine klare Absage. In vielen europäischen Ländern gelte
die deutsche Fahrausbildung als vorbildlich. Bei allen Versuchen,
die Vorbereitung der Führerscheinnovizen zu verbessern, dürfe man
aber die Nachbetreuung der Fahranfänger nicht vergessen. Viele
Einsichten könnten erst entstehen, wenn der Fahranfänger über eigene
Erfahrungen verfüge. Dies sei auch der Grund für die Erfolge des
Begleiteten Fahrens. Dabei könne der Fahranfänger zunächst unter
schützender Begleitung erste Erfahrungen sammeln. Am Begleiteten
Fahren nehme inzwischen etwa jeder zweite Fahranfänger teil. Dieser
Anteil werde sich aus vielerlei Gründen kaum noch steigern lassen.
Die Erfolge des Begleiteten Fahrens machten deutlich, dass man die
übrigen 50 Prozent der Fahranfänger während der Anfangsphase nicht
im Stich lassen dürfe. Von Bressensdorf setzte sich mit Nachdruck
für eine obligatorische Nachbetreuung ein.
Änderungen beim Zugang zum
Fahrlehrerberuf
Die gesetzlichen
Anforderungen an die Ausbildung der Fahrschüler wurden in den
letzten beiden Jahrzehnten kontinuierlich erhöht. Die
Berufszugangsvoraussetzungen und die Ausbildung der Fahrlehrer haben
damit nicht Schritt gehalten, sie sind im Wesentlichen auf dem Stand
der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts stehen geblieben. Deshalb
fordern die in der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V.
vereinigten Landesverbände dringlich die seit Jahren von der Politik
versprochene Änderung des Fahrlehrergesetzes ein. Zum einen müssen
die Zugangsvoraussetzungen zum Fahrlehrerberuf angehoben werden, zum
anderen muss die Ausbildung inhaltlich und zeitlich intensiviert und
zugleich inhaltlich entrümpelt werden. Bundesvorsitzender von
Bressensdorf und Landesvorsitzender Tschöpe sprachen sich klar gegen
dirigistische Regelungen wie z. B. eine Gebührenordnung aus und
erteilten jeder Aufweichung der Verantwortlichkeit des
Fahrschulinhabers gegenüber den Fahrschulkunden eine klare Absage.
Korntal-Münchingen / Pforzheim, 14. Mai 2011
Abstimmungs- und Wahlergebnisse
in Kurzfassung:
-
Jochen Klima wurde erneut - ohne Gegenstimme, mit einer Enthaltung - per
Akklamation zum 2. Vorsitzenden des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V.
gewählt.
-
Roland Hager, Giengen, wurde ohne Gegenstimme, mit zwei Enthaltungen, zum
Rechnungsprüfer gewählt.
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