"Es muss intensiv über die Verbesserung der
Verkehrssicherheit bei jungen Fahrern nachgedacht werden." Das sagte der
Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen Ralf
Nagel auf der Verkehrsministerkonferenz (VMK) in Mainz am Donnerstag.
2001 verunglückten 110.406 Jugendliche in der Altersklasse 18
bis 24 Jahre im Straßenverkehr. Davon wurden 1.606 tödlich, 21.014 schwer und
87.786 leicht verletzt.
Das viel diskutierte Modell "Begleitetes Fahren ab 17"
sehe vor, dass junge Menschen bereits ab 17 Jahren eine Pkw-Fahrererlaubnis
erwerben können, damit sie bis zum 18. Geburtstag ein Kraftfahrzeug nur mit
einem Begleiter führen dürfen.
Nach Diskussionen auf Verkehrsministerkonferenzen wurde
eine Projektgruppe eingesetzt, die ein solches Konzept erarbeiten sollte,
erläuterte Staatssekretär Nagel. Die politische Initiative ist von den
nördlichen Ländern und dem Land Sachsen-Anhalt ausgegangen. Ausgangspunkt für
diesen Vorschlag waren Erkenntnisse aus der Unfallforschung, nach denen das
Unfallrisiko junger Fahranfänger in den ersten Monaten nach dem Erwerb der
Fahrererlaubnis erheblich höher sei, als das eines routinierten Fahrzeugführers.
Von dem nun diskutierten Modell "Begleitetes Fahren ab 17" erwarten Experten
eine deutliche Absenkung des Anfängerrisikos.
Der Bund werde den Bericht der Expertenkommission erst
abwarten und dann das Konzept intensiv mit den Fachleuten erörtern, sagte Nagel.
Schließlich wolle man sich mit vorhandener Skepsis über die Wirkung des Modells
gründlich auseinandersetzen. Eine Entscheidung über das Modell werde es
frühestens im Herbst geben, wenn die Verkehrsminister abschließend über das
"Begleitete Fahren ab 17" beraten haben.